Wallis Hochtour

Die Kopfschmerzen wollen nicht besser werden. Den für heute geplanten Aufstieg zum Bishorn lassen daher sicherheitshalber lieber sein und schlafen stattdessen aus. Als wir schliesslich gegen 8 Uhr aus den Schlafsäcken kriechen, erwartet uns bestes Bergwetter. Für die Besteigung des Bishorn eigentlich beste Bedingungen, aber weitere 800 Hm wären aufgrund der Kopfschmerzen sicherlich keine gute Idee, ausserdem ist es mittlerweile sowieso zu spät. Die Sonne lässt den Firn auf dem Gletscher bereits weich werden. Wir erkunden daher ein wenig die Umgebung, geniessen das gute Wetter und ich nutze die Zeit zum fotografieren.

Langsam aber sicher gelingt die Anpassung an die Höhe und wir fühlen uns immer fitter. Ein Tag mehr Akklimatisation wäre sicherlich gut gewesen. Nach einem kleinen Mittagessen beschliessen wir am Rande des Gletschers einige Übungen zu absolvieren. Martin bringt uns das richtige Gehen mit Steigeisen bei, wir machen Sturztraining und üben uns in Spaltenbergung mittels T-Anker. Alles in allem ein sehr lehrreicher Nachmittag und so haben wir unsere gesamte Ausrüstung wenigstens nicht umsonst mitgeschleppt.

Wir machen uns bereit für den Abstieg.

Am Tag zuvor haben wir uns bereits beim Aufstieg ein schönes Plätzchen für diese Nacht ausgeguckt. Bei zunehmend schlechter werdendem Wetter brechen wir auf.

Wir erreichen das angepeilte saftig grüne Hochplateau und bauen unser Lager an einem kleinen See auf. Wir finden eine Feuerstelle vor und machen uns daher auf die Suche nach etwas Holz. Wir werden auch recht schnell fündig und schon bald stehen wir am Feuer und wärmen uns.

Plötzlich zieht dichter Nebel auf und es beginnt zu regnen. Wir verkriechen uns in die Zelte und warten den Regen ab. Nach etwa einer Stunde hört es auch tatsächlich wieder auf. Zu unser aller Überraschung ist das Feuer nicht komplett aus, sondern glüht noch vor sich hin. Wir legen einige Scheite nach, kochen uns ein Abendessen und lassen die Tour entspannt ausklingen.

Alles in allem eine klasse Tour. Abwechslungs- und sehr lehrreich. Gerne mehr davon!

Wallis Hochtour

Die Nacht verläuft trotz anhaltendem Regen ruhig und so wachen wir erholt auf. Nach einem kurzen Frühstück beginnen wir unsere Ausrüstung zusammen zu packen und machen uns bei mittlerweile sehr schönen Wetter auf den Weg.

Der Weg verläuft zunächst sehr steil durch den Wald am westlichen Berghang. Wir laufen gemütlich, um nicht zu schnell aus der Puste zu kommen. Als wir schliesslich die Baumgrenze überschreiten tut sich ein wunderbarer Blick über das Tal auf. Der Weg verläuft nun in langen Serpentinen durch saftig-grüne Bergweiden auf den Kühe sich die zahlreichen Kräuter schmecken lassen, die die Luft mit ihrem Duft durchdringen.

Auf 2500m erreichen wir ein ausgedehntes Hochplateau. Hier suchen wir uns einen Platz um eine ausgedehnte Pause einzulegen.

Anschliessend folgen wir dem Weg zunächst durch Wiesen auf dem Hochplateau, bis wir schliesslich ein steiles Geröllfeld erreichen, dass bis zu Col de Tracuit wegbestimmend ist. Die dünner werdende Luft ist hier bereits deutlich zu spüren. Wir versuchen daher langsam und gleichmäßig zu laufen, kommen aber trotzdem regelmäßig ausser Puste. Die immer schöner werdenden Ausblicke entschädigen jedoch für die Strapazen.

Wir steigen immer weiter über das Geröllfeld auf. Das Atmen fällt immer schwerer, die Luft wird immer dünner und langsam aber sicher machen sich die ersten Akklimatisationserscheinungen bemerkbar. Mit leichten Kopfschmerzen erreichen wir den Col de Tracuit. Hier gibt es eine kleine Kletterstelle zu bezwingen. Oben angekommen tut sich ein fantastischer Blick auf die umliegenden Gletscher auf. Der Aufstieg hat sich gelohnt, das steht fest.

Wir geniessen zunächst ein wenig die Aussicht und atmen tief durch, so weit das möglich ist. Ein Zeltplatz muss noch her und so beginnen wir die Umgebung auf eine mögliche Stelle abzusuchen. Es ist alles andere als einfach zwischen dem ganzen Geröll eine geeignete Stelle zu finden. Unseren ersten Versuch die Zelte inmitten des Gerölls aufzustellen brechen wir ab. Da wir hier keine Heringe in den “Boden” bekommen und unser Zelt bei der ersten Windböe beinahe davon fliegt suchen wir also weiter. Anja und ich finden schliesslich tatsächlich eine kleine, vom Geröll befreite Stelle an der wir auch die Heringe in den Boden bekommen. Sogar der Ausblick auf den Turtmanngletscher ist von dieser Stelle phänomenal. Martin beschliesst sein Zelt auf einem nahe gelegenen Firnfeld auf zu stellen. Die ganze Aktion mit Zelt aufbauen, Zelt abbauen, Platz suchen, etc… hat meinen Kopfschmerzen nicht gerade gut bekommen. Aus den leichten Kopfschmerzen sind mittlerweile starke geworden.

Da wir alle von den Strapazen des Tages ziemlich gerädert sind, verziehen wir uns bald darauf in die schützenden Zelte und versuchen zu schlafen. In dieser Höhe gar nicht so einfach.

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Wallis Hochtour

Offenbach – Heidelberg – Karlsruhe – Freiburg – Basel – Bern – Lausanne – Sierre, rechts ins Val d’Anniviers und das Tal hoch bis nach Zinal. Nach einer ganz entspannten Fahrt erreichen wir den Ort am frühen Abend. Viel steht für heute nicht mehr auf dem Plan und so beschränkt sich das Abendprogramm auf zwei Aktivitäten: Essen kochen und Schlafplatz suchen. Ersteres stellt sich als schwieriger heraus als erwartet, letzteres ist hingegen um so leichter. Martin hat seinen neuen Benzinkocher dabei, den er jedoch vorher noch nie getestet hat, jedenfalls nicht mit Benzin. Es dauert daher eine ganze Weile bis wir den Kocher vernünftig zum laufen bekommen.

Nach dem Essen schauen wir uns ein wenig nach einem Schlafplatz um, beschliessen aber schnell auf einer Wiese in unmittelbarer Umgebung zu nächtigen.

Wir gehen früh schlafen um am nächsten Morgen fit zu sein. Der Aufstieg zur Cabane de Tracuit steht an, 1600 HM bis auf 3200 m.