Wallis Hochtour

Die Nacht verläuft trotz anhaltendem Regen ruhig und so wachen wir erholt auf. Nach einem kurzen Frühstück beginnen wir unsere Ausrüstung zusammen zu packen und machen uns bei mittlerweile sehr schönen Wetter auf den Weg.

Der Weg verläuft zunächst sehr steil durch den Wald am westlichen Berghang. Wir laufen gemütlich, um nicht zu schnell aus der Puste zu kommen. Als wir schliesslich die Baumgrenze überschreiten tut sich ein wunderbarer Blick über das Tal auf. Der Weg verläuft nun in langen Serpentinen durch saftig-grüne Bergweiden auf den Kühe sich die zahlreichen Kräuter schmecken lassen, die die Luft mit ihrem Duft durchdringen.

Auf 2500m erreichen wir ein ausgedehntes Hochplateau. Hier suchen wir uns einen Platz um eine ausgedehnte Pause einzulegen.

Anschliessend folgen wir dem Weg zunächst durch Wiesen auf dem Hochplateau, bis wir schliesslich ein steiles Geröllfeld erreichen, dass bis zu Col de Tracuit wegbestimmend ist. Die dünner werdende Luft ist hier bereits deutlich zu spüren. Wir versuchen daher langsam und gleichmäßig zu laufen, kommen aber trotzdem regelmäßig ausser Puste. Die immer schöner werdenden Ausblicke entschädigen jedoch für die Strapazen.

Wir steigen immer weiter über das Geröllfeld auf. Das Atmen fällt immer schwerer, die Luft wird immer dünner und langsam aber sicher machen sich die ersten Akklimatisationserscheinungen bemerkbar. Mit leichten Kopfschmerzen erreichen wir den Col de Tracuit. Hier gibt es eine kleine Kletterstelle zu bezwingen. Oben angekommen tut sich ein fantastischer Blick auf die umliegenden Gletscher auf. Der Aufstieg hat sich gelohnt, das steht fest.

Wir geniessen zunächst ein wenig die Aussicht und atmen tief durch, so weit das möglich ist. Ein Zeltplatz muss noch her und so beginnen wir die Umgebung auf eine mögliche Stelle abzusuchen. Es ist alles andere als einfach zwischen dem ganzen Geröll eine geeignete Stelle zu finden. Unseren ersten Versuch die Zelte inmitten des Gerölls aufzustellen brechen wir ab. Da wir hier keine Heringe in den “Boden” bekommen und unser Zelt bei der ersten Windböe beinahe davon fliegt suchen wir also weiter. Anja und ich finden schliesslich tatsächlich eine kleine, vom Geröll befreite Stelle an der wir auch die Heringe in den Boden bekommen. Sogar der Ausblick auf den Turtmanngletscher ist von dieser Stelle phänomenal. Martin beschliesst sein Zelt auf einem nahe gelegenen Firnfeld auf zu stellen. Die ganze Aktion mit Zelt aufbauen, Zelt abbauen, Platz suchen, etc… hat meinen Kopfschmerzen nicht gerade gut bekommen. Aus den leichten Kopfschmerzen sind mittlerweile starke geworden.

Da wir alle von den Strapazen des Tages ziemlich gerädert sind, verziehen wir uns bald darauf in die schützenden Zelte und versuchen zu schlafen. In dieser Höhe gar nicht so einfach.

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