Kreuzspitze

Trotz der sehr kurzen und strapaziösen Nacht wachen wir bereits wenige Stunden nach dem Einschlafen gegen 9 Uhr wieder auf. Das Wetter hat sich mittlerweile wieder beruhigt. Es ist aber weiterhin sehr bewölkt und windig. Wir sind zwar immer noch müde, doch der Hunger treibt uns aus den Schlafsäcken. Gesprächsthema Nummer 1 beim Frühstück, zwischen Martin, Anja und mir, ist, wie sollte es auch anders sein, die vergangene Nacht. Wir sind uns einig, dass die vergangene Nacht die schlimmste Nacht war, die wir jemals im Zelt verbracht haben. So etwas noch einmal zu erleben, darauf können wir gut verzichten….

…aber irgendwie fühlt es sich auch gut an, so eine Nacht überstanden zu haben.

Wir sind uns einig, noch eine Nacht verbringen wir heute nicht in den Bergen. Den für den nächsten Tag geplanten Aufstieg zum Similaun vertagen wir also auf ein anderes Mal, doch die Kreuzspitze…ja…, da wollen wir eigentlich schon noch hoch. Das Wetter ist zwar alles andere als gut, doch es scheint stabil zu sein. Um den Aufstieg zum Gipfel zügig zu schaffen, beschliessen wir unsere gesamte Ausrüstung hier unten am See zu lassen.

Wir bauen unser Lager ab, packen die Rucksäcke und deponieren sie hinter einigen Steinen.

Der Steig zum Gipfel verläuft zunächst an der Südostflanke des Berges. Schnell gewinnen wir an Höhe und so ergeben sich schöne Ausblicke über den unter uns liegenden Samoarsee und die umliegenden Bergen. Immer wieder müssen kleinere und größere Firnfelder gekreuzt werden. Dies ist jedoch problemlos.

Nach einer guten Stunde Aufstieg erreichen wir schliesslich den Südostgrat, der bis zum Gipfel hinauf führt. Ohne den Einsatz der Hände geht es hier nicht mehr so leicht weiter. Immer wieder müssen wir an größeren Felsbrocken etwas klettern um weiter zu kommen. Auch kommen wir mit jedem gewonnenen Höhenmeter immer näher an die Wolkendecke, bis wir schliesslich in den Wolken verschwinden. Wenigstens bleibt es trocken. Der Aufstieg am Grat zieht sich länger hin als erwartet, doch endlich sehen wir im dichten Nebel langsam das Gipfelkreuz erscheinen.

Von dem im Bergführer beschriebenen “Großartigen Rundblick” ist leider nichts zusehen und da der eisige Wind den Aufenthalt am Gipfel ziemlich ungemütlich macht, geht es auch schon bald wieder an den Abstieg.

Wieder am See angekommen, fängt es an stark zu regnen. Wir schnappen unsere Sachen und steigen weiter ab zur Martin-Busch Hütte, wo wir uns noch ein wenig aufwärmen, bevor es schliesslich zurück ins Tal nach Vent geht.

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