Sangle de Fouda Blanc

Nach einer sternklaren und dementsprechend frostigen Nacht kriechen wir am Morgen recht früh aus den warmen Schlafsäcken. Die Wiese ist mit Raureif bedeckt und der Himmel erstrahlt in einem frischen Blau. Ein wunderbarer Morgen, auch wenn die Temperaturen immer noch recht frisch sind. Handschuhe wärmen die Hände und das warme Müsli zum Frühstück wärmt von innen.

Wir beginnen unser Zelt abzubauen und die Rucksäcke zu packen und als Sonne bald schon darauf bis über die Baumwipfel aufsteigt und die wärmenden Strahlen zu uns durchdringen, sind wir startklar. Wir nehmen den gestrigen Weg wieder auf, der nun sehr schnell an Höhe gewinnt. Wir lassen den Wald hinter uns und erreichen nach kurzer Zeit ein wunderschönes Hochplateau auf dem nur noch vereinzelte Tannen stehen und so ergeben sich schöne Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Der Boden besteht teilweise aus ausgewaschenem Kalkgestein, was sehr bizarre Formen entstehen lässt. An einigen Stellen tun sich metertiefe Krater auf. Wir müssen aufpassen wo wir hintreten, um nicht abzurutschen.

Um zum Beginn des Sangle zu kommen müssen wir das gesamte Hochplateau überqueren, der Untergrund wird aber bald besser und so lässt es sich angenehm laufen. Die Sonne steht nun schon recht hoch am Himmel und die Temperaturen steigen. Auf der anderen Seite des Plateaus angekommen, finden wir einen schmalen Weg, der uns weiter bergauf führt. Wir erreichen erneut ein großzügiges Plateau mit einer fantastischen Aussicht. Dank guter Fernsicht ist auch der Mont Blanc zu erkennen, der seinem Namen alle Ehre macht und sich als weißer Riese von den umliegenden Bergen abhebt. Überall auf dem Plateau sind bizarre, durch Erosion entstandene Kalksteinformationen zu bestaunen.

Bevor es zum eigentlichen Beginn des Sangle de Fouda Blanc geht, machen wir noch einen kleinen Abstecher zum “Sommet du Pinet”, ein nahegelegener Aussichtsgipfel (1867 m). Am Gipfel angekommen ist es Zeit für eine Pause und eine kleine Zwischenmahlzeit.

Nach der Pause geht es zum eigentliche Höhepunkt des Tages. Wir folgen dem GPS-Track zunächst ein Stück zurück und verlassen bald darauf Weg. Trotz des GPS ist der Beginn des Sangle zunächst kaum zu finden, immer wieder müssen wir umkehren da es nicht weiter geht, bis wir schliesslich einen großen Spalt zwischen zwei Felsen finden. Hier müssen wir durch und anschliessend etwa 2 m am Felsen hinunter klettern um den Weg zu erreichen. Wir ziehen die Rucksäcke aus, um durch den Spalt zu passen und ich klettere vor. Anja reicht mir von oben die Rucksäcke und kommt nach. Der Anfang ist gefunden. Was zunächst noch recht harmlos beginnt, wird schon nach wenigen Metern wahrlich schwindelerregend. Höhenangst ist hier absolut fehlt am Platz. Der Weg verläuft am linken Rand des abschüssigen, schmalen Grasbands und danach der Abgrund. Mehrere Hundert Meter geht es senkrecht bergab. Die Aussicht ist fantastisch, aber es fällt zunächst schwer sie zu geniessen.

Hinter jeder Kurve ergeben sich neue, spektakuläre Blicke auf den weiteren Verlauf den Weges.

Als wir uns schliesslich dem Ende des Sangle nähern wird das Grasband langsam breiter. Der Abgrund rückt weiter weg, die Schritte werden sicherer. Wir erreichen wieder den Weg über den wir am Morgen aufgestiegen waren und machen uns auf den Weg ins Tal, um ein Plätzchen für die Nacht zu suchen.

Fazit: Sangle Wandern ist ein spektakuläres Erlebnis mit atemberaubenden Ausblicken, Schwindelfreiheit vorausgesetzt.

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14 thoughts on “Sangle de Fouda Blanc

  1. Hallo Sejoko,
    könntest Du bitte den link zu den GPS Tracks dazu posten? Bin sehr begeistert von Deinen Bildern und würde dieses Jahr auch gerne nach Chartreuse fahren. Hab im Internet leider nix gefunden. Danke lg Till

    • Hallo Till,

      kein Problem. Werde dir die entsprechenden GPS-Tracks per e-Mail schicken.

      Wünsche dir schon mal viel Spass in der Chartreuse. Ist wirklich ein Erlebnis.

      Gruß
      Sebastian

  2. Hi Sebastian,

    Ich bin auch von dem Artikel im 4-Seasons gepackt worden und hatte vor im kommenden September die Tour in Angriff zu nehmen.
    Leider musste auch ich feststellen, dass das Internet keine all zu ergiebige Quelle darstellt.
    Wäre dir daher dankbar wenn du mir die GPS-Tracks schicken könntest.
    Hattet ihr sonst, neben den im Artikel beschriebenen, irgendwelche Unterlage/Führer dabei? Vielleicht irgendwas auf deutsch?
    Danke schonmal!!!

    Grüße
    Chris

    Ps: Hammer Bilder. Respekt!

    • Hi Chris

      die Tracks schicke ich dir per e-Mail. Kein Problem. Ausser den Tracks hatten wir nichts weiter dabei. Deutschsprachige Infos zur Chartreuse sind wirklich schwer zu finden.

      Gruß
      Sebastian

  3. Hey Sejoko,
    ich werde im August mit meiner Freundin eine Woche in der Chartreuse sein. Hast du einen Tip für Kartenmaterial und die schönsten Routen?? Eventuell noch ne Idee für einen Campingplatz??
    Bin für jede Anregung dankbar!!
    Schöner Artikel und top Fotos….hoffentlich kann ich mal ähnlich schöne posten ;)

    LG

    Marc

    • Hallo Marc,

      mit einem Campingplatz kann ich leider nicht dienen, da wir in der Regel dort übernachten wo es uns gefällt. Bei den vielen Campingplötzen in Frankreich sollte es allerdings nicht schwer fallen etwas passendes zu finden.

      Zu den Karten: Schau’ doch mal bei den DAV-Karten. Diese sind meist sehr detailliert.

      Gruß
      Sebastian

  4. Hallo,

    sind die Sangles eigentlich als Rundwege angelegt oder muss ich am Ziel wieder schauen wie ich zum Auto komme?

    Gruß
    Andreas

    • Hi Andreas,

      die Sangles an sich sind keine Rundwege. Hin- und Rückweg zu den eigentlichen Sangles sind normale Bergwanderungen, die sich aber schon als Rundweg gestalten lassen.

      Gruß
      Sebastian

  5. Hallo Sebastian,

    könntest du mir die GPS-Daten per E-Mail zu kommen lassen?
    Wollen je nach Wetterlage versuchen den Trail über den 1. Mai zu gehen.

    Gruß
    Andreas

  6. Hi,
    Ich würde mich auch sehr über den Track freuen.
    In 3 Tagen geht es los nach Frankreich.

    Beste Grüße
    Martina

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