Cahersiveen

Der Morgen ist recht warm, doch noch hängen dichte Wolken am Himmel. Dank des durch die Dünen vom Wind geschützten Zeltplatzes hatten wir eine ruhige und erholsame Nacht. Noch am gestrigen Abend haben wir beschlossen, den “verlorenen” Wandertag nach Cahersiveen heute mit dem Bus wieder aufzuholen. Wir brechen unser Lager ab, packen zusammen und machen uns auf den Weg nach Glenbeigh. Der Bus nach Cahersiveen hält vor dem dortigen Postamt an der Haupstrasse. Wir steigen über die Dünen, um an der östlichen Seite der Landzunge zunächst nach Rossbeigh zu laufen. Kaum überqueren wir den Dünenkamm werden wir von einem fantastischen Sonnenaufgang über der Rossbeigh Creek, der im Osten angrenzenden Bucht, begrüßt. Durch die langsam lichter werdenden Wolken bahnen sich die ersten wärmenden Sonnenstrahlen ihren Weg zu uns. Wunderschön.

Auf dem Weg zur Bushaltestelle machen wir in einem Supermarkt kurz Halt, um für Frühstück zu sorgen. Mit Käse und Brot geht es weiter zum Postamt, vor dem idealerweise eine kleine Bank auf uns wartet. Mit dem Frühstück vertreiben wir uns die Wartezeit auf den Bus. Die Fahrt nach Cahersiveen ist landschaflich sehr schön und führt meist direkt an der Küste entlang. Mittlerweile bedauere ich es fast mit dem Bus zu fahren. Es wäre sicherlich eine tolle Etappe geworden, zumal bei unserem Eintreffen in Cahersiveen alle Wolken verschwunden sind und der Himmel in einem perfekten Blau erstrahlt. Wir steigen aus dem Bus und plötzlich fällt uns auf, dass wir unsere Trekkingstöcke vergessen haben. “So ein Mist”, sie werden wahrscheinlich noch an der Bank vor der Post stehen. Was tun? Direkt um die Ecke des Busbahnhofs finden wir das gemütliche Sive Hostel, in dem wir auch die Nacht verbringen werden. Das Hostel verfügt zum Glück über einen Internetanschluss. Wir suchen die Telefonnummer der Post in Glenbeigh raus und rufen an. Der Postmitarbeiter zeigt sich sehr hilfsbereit. Kaum haben wir geschildert was passiert ist, sitzt er mit unseren Stöcken in der Hand schon wieder am Telefon: “I got ‘em, now they’re safe”. Morgen auf der Rückfahrt nach Killarney holen wir die Stöcke dort ab.

Im Hostel essen wir noch etwas zu Mittag und machen uns anschließend auf dem Weg die Umgebung zu erkunden. Wir starten im Hafen von Cahersiveen, überqueren anschließend den Fertha River und halten uns westlich. Wir entdecken einige alte Steinforts, von denen aus man einen schönen Ausblick auf die Umgebung hat. Nach einem kleinen Mittagsschläfchen bei strahlendem Sonnenschein geht es eine Stunde später in Richtung Norden bis wir eine kleine Bucht entdecken. Einige Einheimische gehen hier zu dieser Jahreszeit tatsächlich noch schwimmen. In Anbetracht des genialen Wetters reizt uns das natürlich auch, aber leider fehlen die Badesachen. In einem weiten Bogen geht geht es nun östlicher Richtung bis White Strand, ein ausgedehnter, schöner Sandstrand mit Blick auf Valentia Island. Bei einem Kaffee, unseren Trangia haben wir natürlich dabei, lassen wir den Tag hier gemütlich ausklingen. Auf dem Rückweg dann noch einen Abstecher zum verlassenen Ballycarberry Castle. Ein perfekter Tag.

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One thought on “Cahersiveen

  1. Toller Bericht und wirklich großartige Bilder!!! Freue mich schon auf die nächsten Teile. Will den Kerry Way 2013 Ende April gehen und lese entsprechend wissbegierig die Einträge hier. Danke für die Mühe. Macht gleich noch mehr Vorfreude!

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