Dalmatien mit dem Faltboot

Nachdem unser Klepper Aerius 2 bisher ein eher langweiliges Leben führen musste, steht nun endlich eine erste längere Reise auf dem Plan. Mehr als die ein oder andere Tagestour ist bisher nicht drin gewesen, aber jetzt ist es endlich soweit. Der Zeitpunkt stimmt und ein nahezu perfektes Gebiet für die erste Seekajaktour ist auserkoren. Im Vorfeld schwankten die Überlegungen zwischen der korsischen Westküste und der dalmatischen Küste. Die Wahl fiel letztlich aufgrund der eher gemässigten Bedingungen auf die Küste Dalmatiens.

Dieser Abschnitt der Adria eignet sich sehr gut für entspannte Seekajaktouren. Zahllose Inseln aller Größen, davon sehr viele unbewohnt, laden zum umrunden und anlanden ein und bieten größtenteils ausgezeichnete Plätze zum biwakieren. Das Wasser ist kristallklar und die mit dem Boot erreichbaren Strände meist menschenleer.

Ein Campingplatz nahe des kleines Ortes Tribanj ist der Ausgangspunkt unserer Tour. Hier verbringen wir die erste Nacht und beginnen am nächsten Morgen mit dem Aufbau und dem Beladen des Bootes. Knapp 40 Liter Wasser verschwinden unter Deck, Essensvorräte für 10 Tage werden verladen und natürlich alles was an Ausrüstung noch dazu gehört. Einzig auf ein Zelt verzichten wir dieses mal. Lediglich ein Tarp wird uns tagsüber als Sonnenschutz dienen, geschlafen wird unterm Sternenhimmel. Wir spekulieren auf gutes Wetter…

Wir wollen die Tour wirklich geniessen und peilen ganz entspannte Etmale von 15-25km an. Das sind mit einem langsamen Boot wie dem Klepper Aerius gut 3-5 Stunden Paddelzeit am Tag. Wobei diese im Idealfall bis zur Mittagszeit absolviert sind. Zum einen lässt sich dann die größte Hitze des Tages am Strand ganz entspannt aushalten und zum anderen bietet der frühe Morgen beste Bedingungen zum Paddeln, in der Regel Windstille und spiegelglatte See. Genauso verläuft auch die erste Woche der Tour. Aufstehen vor Sonnenaufgang, das Boot beladen und los geht’s. Über das ruhige Meer geht es dem nächsten Strand entgegen, den wir spätestens am Mittag erreichen. Der Rest des Tages vergeht mit Essen, Schwimmen und Sonnen.

Erst gegen Ende der Tour kommt auch schon am Morgen stärkerer Wind auf. Weiter draussen auf dem Meer beginnen bereits die Wellen zu brechen und erste Schaumkronen bilden sich. Ein sicheres Zeichen besser an Land zu bleiben. Doch alles halb so schlimm. Wir geniessen drei übertrieben entspannte Tage in einer gut geschützten Bucht auf der Insel Ugljan, mit den drei für diese Reise typischen Aktivitäten Essen, Schwimmen und Sonnen. Der letzte Paddeltag führt uns schliesslich in das Städtchen Kukljica. Dabei müssen wir die geschützte Bucht verlassen und den Süden der Insel umrunden, mit der Folge uns plötzlich gegen mächtige Wellen vorwärts kämpfen zu müssen. Eine ordentliche Portion Nervenkitzel zum Ende der Tour. Wir sind heilfroh den geschützen Hafen des Städtchens zu erreichen.

Da der Wind auch am nächsten Morgen nicht nachgelassen hat, geht es schliesslich mit Bus und Fähre zur Hauptstadt der Region Zadar. Dort angekommen steige ich erneut in den Bus, fahre zum Campingplatz, auf dem wir das Auto stehen lassen konnten und fahre zurück nach Zadar. Nach knapp 200 km mit dem Boot und  den sieben besuchten Inseln Olib, Silba, Molat, Iz, Ugljan und zwei winzigen namenlosen Inseln, nur von reichlich Möwen bewohnt, geht nun nach 10 Tagen eine geniale Tour zu Ende.

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