Ammergauer Überschreitung – 3. Etappe

Wieder erwartet uns ein neuer sonniger Tag. Nach einem üppigen Frühstück vor unseren Zelten fangen wir an unsere Sachen einzupacken. Während jeder mit seinem Hab und Gut beschäftigt ist, streunert Aska einwenig umher. Wir geniessen den herrlichen Ausblick.

Plötzlich fliegt ein Schlafsack an mir vorbei. Ich schaue ihm hinterher und sehe ihn in Richtung Abgrund rollen. Peter hinterher, es ist seiner. Doch der Schlafsack rollt den Berg runter. Er rollt und rollt und rollt bis ins Tal hinab. Schier endlos schauen wir drei dem Schlafsack fassungslos hinterher, bis wir ihn nicht mehr sehen. Innerlich verabschiede ich mich schon von dem guten Stück und biete Peter zum Zudecken eine Zeitung an.

Peter kann sich nicht so einfach von dem Schlafsack trennen, immerhin sind die Nächte bis jetzt recht frisch gewesen. So steigt Peter dem Schlafsack nach. Unverantwortlich nimmt er den steilen Hang, wie sein Schlafsack auch. Schnell verlieren wir ihn aus den Augen. Ich tippe vorsichtshalber die Rufnummer von der Bergrettung. Wir bangen um Peter, auch Aska ist unruhig geworden. Nach einer halben Stunde versuchen wir Peter anzurufen. Kein Empfang. Wir probieren es wiederholt bis wir ihn erreichen. Er ist schon fast unten im Tal, vom Schlafsack leider noch keine Spur. Nach einer weiteren viertel Stunde meldet er sich mit der frohen Botschaft, er habe ihn gefunden. Für ihn jetzt nur noch den mühseligen Aufstieg von gestern und wir können nach einer eineinhalbstündigen Verzögerung endlich aufbrechen.

Uns erwartet eine weitere schöne Gratwanderung, die nicht gerade einfach ist, vor allem mit einem kleinen Hund. Hier muss man schwindelfrei sein. Die schwierigsten Kletterstellen sind gesichert und mit ein wenig Erfahrung gut zu meistern. Ein paar ausgesetzte Kletterstellen verlangen unsere volle Konzentration, denn immerhin sind wir mit schweren Rücksäcken unterwegs, die gerne an unserem Gleichgewicht zerren. Die Wanderung auf dem Grat beschert uns einen wunderbaren Rundblick. Kurz vor dem Gipfel der schroffen Klammspitze wird es voll. Viele Tageswanderer kommen uns entgegen.

Am geräumigen Gipfel machen wir eine Pause und geniessen den hervorragenden Ausblick auf die Ammergauer Gipfel und den Foggensee. Weiter im Westen zeigen sich die Allgäuer Alpen, und im Süden sieht man die Bergwelt rund um die Zugspitze. Hier verewigen wir uns im Gipfelbuch. Über eine weitere kleine Kletterstelle gelangen wir zum Südgrat. Bei diesem rutschigen Abstieg müssen wir vorsichtig sein, um keinen Steinschlag los zu treten.

Der weitere Abstieg zur Brunnenkopfhütte über ein kurzes Gehstück geht flott und so erreichen wir die Hütte nach gut einer halben Stunde. Das kühle Bier und den Kaffee haben wir uns an diesem Mittag redlich verdient. Geplant hatten wir hier unsere Wasservorräte aufzufüllen. Leider geht das nicht, da die Hütte an Wasserknappheit leidet. Wir werden an eine kleine Quelle ein paar Meter unterhalb verwiesen.

Nach dem wir unsere Wasservorräte aufgefüllt haben geht es noch ein paar Meter die Straße hinunter, bevor wir dann links in den Wald einbiegen und mit dem Aufstieg zum Hennenkopf beginnen. Leider zieht sich das schöne Wetter vom Nachmittag zu und die Sonne verschwindet hinter den aufziehenden Wolken. Gut die Hälfte haben wir geschafft. Zeit um eine kleine Pause zu machen. Wir stärken uns und wehren uns gleichzeitig gegen kleine fiese Zecken, die an unseren Hosenbeinen hoch krabbeln. Peters Spiritusvorräte neigen sich dem Ende zu. Zum Glück können wir ihm aushelfen.

Der weitere Weg, der direkt zum Hennenkopf führt, wird noch einmal richtig schön. Eine kleine Gratwanderung, die nicht wie die bisher anderen ausgesetzt ist. Latschen und Tannen säumen in lichten Abständen rechts und links den Grat. Man erkennt dennoch, dass es steil nach unten geht. Schnell haben wir die Abzweigung zu unserem zweitem Bergziel des Tages, dem Hennenkopf, erreicht. Peter mit Hund und unsere Rucksäcke lassen wir zurück und erklettern flott über eine Geröllwüste den Gipfel. Oben angekommen kommt tatsächlich noch einmal kurz die Sonne raus. Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick zurück auf die Klammspitze im Westen und auf die Zugspitze im Süden.

Auf dem Abstieg sammeln wir unsere Rucksäcke und Peter wieder ein. Der Weg verlässt den lichten Wald und wir kommen auf eine große freie Grasfläche. Diesen Sattel haben wir schon vom Hennenkopf aus gesehen und er eignet sich perfekt für diese Nacht. Die Stelle bietet einen perfekten Ausblick auf die Zugspitze. Schnell bauen wir uns unsere Zelte auf und da unser Hunger groß ist wird auch gleich gekocht. Ein warmes Chili ist jetzt genau das Richtige.

Dicke Cummuluswolken ziehen auf. Von weitem sehen wir wie ein Gewitter an uns vorbei zieht. Ein schönes Schauspiel aus Blitzen und Regen. Uns wird mulmig. Gämse rennen an uns vorbei.

Wir bekommen Besuch. Ein netter älterer Herr in kurzen Hosen und einem langen knorrigen Wanderstock sagt uns Hallo. Wir plaudern ein wenig und erfahren, dass er hier in der Nähe seine Hütte hat. Wind zieht auf. Er lädt uns ein, falls das Gewitter zu uns zieht und wir Schutz brauchen. Er verabschiedet schliesslich sich von uns und wir bedanken uns für sein Angebot. Der aktuelle Wetterbericht zeigt uns nur Regen an. Die Regenwolken ziehen immer näher an uns vorbei. Die Himmel wird tiefschwarz. Nun hat der Wetterdienst auch für unsere Gegend eine Gewitterwarnung rausgegeben. Kaum lesen wir die Nachricht setzt auch der Regen ein und wir verkriechen uns schnell im Zelt. Der Regen wird heftiger und es gesellt sich Hagel dazu. Wir hören es donnern. Der Regen wird heftiger. Ein lauter Schlag, ein Blitz. Alles wir taghell. Der Blitz ist anscheinend nur ein paar Meter neben uns eingeschlagen. Wir hocken auf Zehenspitzen im Zelt und hoffen, dass das Unwetter schnell wegzieht. Und das tut es auch. Das Gewitter ist vorbei.

Wir schauen raus aus dem Zelt. Das Wetter hat sich wieder beruhigt und während Peter bereits schlafendend im Zelt liegt, geniessen wir zu zweit die Ruhe nach dem Sturm, als wäre nie etwas passiert.

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Gemüsebrühe selbst gemacht

Wir wollten mal was neues ausprobieren und warum nicht die Mischung für die Gemüsebrühe selber machen. Für unsere Trekkinggerichte verwenden wir oft Gemüsebrühe und gekörnte Brühe ist in ihrer Instantform im Küchenalltag und in der Outdoorküche fast nicht mehr weg zu denken. Aber auch pur eignet sich die Instant-Gemüsebrühe zum Mitnehmen. Einen Teelöffel in einen Becher mit heißem Wasser einrühren und schon hat man ein schmackhaftes Süppchen für Zwischendurch.

Jeder kann sich seine Gemüsebrühe nach seinen Vorlieben zusammen stellen. Für mich ist die klassische Variante die Beste, da sie vielseitig und schmackhaft ist.

Auch hier gilt: nur frisches Gemüse und frische Kräuter verwenden.

  • eine halbe Paprika
  • zwei Tomaten
  • das weiße vom Lauch, ersatzweise Zwiebeln
  • ein Stückchen Knollenselerie
  • zwei Karotten
  • ein Bund Petersilie
  • ein kleines Stückchen Ingwer

Das mühselige Kleinschneiden lohnt sich, denn so spart ihr Dörrzeit und habt somit innerhalb von nur ein paar Stunden eure getrocknete Grundlage für die Gemüsebrühe fertig.

Das klein geschnittene Gemüse gleichmäßig auf Backpapier verteilen. Die Etagen dabei nicht zu voll machen.

Nach dem Dörren sollte sich das Gemüse zwischen den Fingern zerbröseln lassen. Anschließend das Dörrgut in einem Mixer so lange klein häckseln bis ihr Pulver habt.

Jetzt nur noch ordentlich salzen und pfeffern, luftdicht in einem Glas verschließen und schon habt ihr eure selbst gemachte Instant-Gemüsebrühe.

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