Mit dem Rad durch Marokko – 12. Etappe

So mild wie die Nacht war beginnt auch der frühe Morgen. Noch vor Sonnenaufgang, mittlerweile etwa 20 Minuten früher als noch zu Beginn unserer Reise, wachen wir auf. Wir frühstücken zunächst in aller Ruhe mit Kaffee und Schokopfannkuchen, um anschliessend ebenso entspannt und routiniert unsere Sachen zu packen. Kaum sind wir fertig, kommt uns der nette Hirte vom Vorabend mit seiner Herde entgegen. Wir grüßen uns gegenseitig und rollen mit unseren Rädern zurück zur Strasse.

Heute morgen ist es viel ruhiger und weitaus weniger hektisch auf der Strasse, auch der Verkehr hält sich im angenehmen Rahmen. Und das allerbeste, wir haben Rückenwind und kommen so ziemlich flott voran. Leider finden wir auf der gesamten Strecke nach Zagora kein Café mehr. Das heiß ersehnte zweite Frühstück fällt daher erstmal aus. Kurz vor Zagora erreichen wir eine Anhöhe, die uns einen Wahnsinnsblick über die Oase beschert. Wir verweilen noch einen Moment und rollen schliesslich den Toren der Stadt entgegen, die uns, wie fast jede Stadt, mit jeder Menge Müll am Strassenrand empfängt. Über breite und glatte Strassen fahren wir weiter in’s Zentrum und setzen uns in das erstbeste, leider sehr entäuschende, Café. Wir bekommen ein winziges Brot serviert, Tee aus schicken Gläsern, nicht wie sonst aus den üblichen Kännchen und Zucker aus abgepackten Tüten; das alles natürlich zu völlig überteuerten Preisen. “Nix wie weg von hier” denken wir uns. Der Trubel auf den Strassen erschlägt uns. Ständig werden wir angequatscht, ob wir einen Teppich kaufen oder in ein Hotel mitfahren wollen. Ich habe es ja bereits erwähnt, uns sind die kleinen Dörfer eindeutig lieber als diese aufdringlichen, touristischen Zentren und so treten wir in die Pedale, durchqueren die Stadt und suchen uns etwas ausserhalb einen Campingplatz. Am Rande einer Oase werden wir fündig. Der Platz ist wunderschön, ruhig gelegen und wird von netten jungen Kerlen geführt, die uns sehr nett bewirten und uns sogar einen Tisch und zwei Stühle organisieren.

Wir bauen schnell unser Zelt auf und springen unter die eiskalte Dusche, um dann erfrischt und entspannt im Schatten der Dattelpalmen die Mittagshitze zu ertragen. Wir wundern uns über Franzosen, die ihre Wäsche in der eigens mitgebrachten Waschmaschine waschen, dösen ein wenig und kochen uns noch ein kleines Mittagessen.

Am späten Nachmittag setzen wir uns noch einmal auf die Räder. Etwas ausserhalb der Stadt soll, es ein paar schöne Dünen geben, denen wir noch einen Besuch abstatten wollen. Aber zuvor gibt es noch zwei Dinge zu erledigen. Tee trinken, diesmal in einem vernünftigen Café ausserhalb der Stadt, und im CTM-Büro die Bustickets für die morgige Fahrt nach Taroudannt besorgen. Mit den Tickets in der Tasche fahren wir raus zu den Dünen und geniessen das Ende des Tages, der sich mit einem perfekten Sonnenuntergang von uns verabschiedet.

Mit einsetzender Dunkelheit fahren wir zurück an den Rand der Stadt. Unser Hunger treibt uns in’s “Chez Ali”, wo wir in einem tollen Ambiente draussen im Garten zwei brutzelnde Tajine serviert bekommen. Als Vorspeise verdrücken wir noch jede Menge Oliven, 2 Brote und köstlichen, süssen Tee.

Wieder zurück auf dem Campingplatz schaffen wir es tatsächlich noch unsere letzten Vorräte an Schokopfannkuchen zu verdrücken und fallen gegen 22 Uhr in’s Zelt. Morgen früh geht es in einer fast 10-stündigen Busfahrt nach Taroudannt.

Uns erwartet die mit Abstand heißeste Nacht der Reise. Das Einschlafen fällt angesichts der Temperaturen nicht leicht. Wie heiß ist es hier wohl erst im Sommer?

  • Tageskilometer: 62km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 17 km/h
  • Fahrzeit: 3 h 40 min

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Mit dem Rad durch Marokko – 11. Etappe

Nach einer ruhigen Nacht stehen wir etwas verspätet gegen 6:30 auf. Wir gehen den Tag gemütlich an, das heisst ich nutze das wunderbare Licht des Morgens und gehe erst einmal eine Runde fotografieren, Anja wärmt sich in den ersten Sonnenstrahlen. Zum Frühstück treffen wir uns wieder in unserem Palmenhaus. Wirklich ein fantastisches Plätzchen.

Routinemäßig packen wir unser Zelt zusammen und verabschieden uns von unserem tollen Schlafplatz. Der Wetter ist herrlich und die Temperaturen bereits zu dieser frühen Stunde angenehm warm.

Zunächst geht es entlang des ausgetrockneten Flussbetts zurück auf die Strasse. Von hier aus sind es noch 23 km bis nach Agdz, wo wir hoffentlich endlich unsere Benzinflasche auffüllen können. Die Strasse führt entlang der Bergketten meist leicht bergab und so erreichen wir schon bald die ersten Häuser der Stadt. An der ersten Tankstelle lassen wir unsere Flasche für 3 Dirham mit Benzin auffüllen und werden auch prompt von einem Teppichhändler angequatscht, der uns zu einem Tee in seinen Teppichladen einlädt. Wir probieren im klar zu machen, dass wir mit dem Fahrrad unterwegs sind und unsre Möglichkeiten einen Teppich zu transportieren eher begrenzt sind, aber er lässt nicht locker. Zuerst fahren wir mit ihm, er ist auch mit dem Rad unterwegs, noch ein Stück weiter, können in dann aber, als wir uns für ein zweites Frühstück in ein Restaurant am zentralen Platz der Stadt setzen, endlich abwimmeln. Wir essen Käsebrot und trinken einen Tee.

Wir sind erstaunt wie groß die Stadt ist, beziehungsweise wie groß sie uns vorkommt. Nach Tagen der Ruhe und Einsamkeit sind wir von den vollen Strassen regelrecht erschlagen. Uns sind die kleinen Dörfer wesentlich lieber als die Städte, die Atmosphäre entspannter, die Menschen herzlicher und weit und breit keine aufdringlichen Teppichhändler, die einen anquatschen und ihr Zeug loswerden wollen. Wir beschliessen daher auch recht bald wieder weiter zu fahren, raus aus der Stadt. Am CTM-Büro auf der anderen Seite des Platzes erfrage ich noch schnell die Busverbindungen von Zagora nach Tarroudant. Die Verbindungen scheinen reibungslos zu funktionieren und so steht unsere Entscheidung fest, durch das Draa-Tal weiter nach Zagora zu fahren, aber nicht ohne vorher noch Wasser, Süßigkeiten sowie Datteln auf dem Markt zu kaufen.

Gerade als wir losfahren, kommt der Teppichhändler von vorhin wild gestikulierend auf uns zu gerannt, ruft etwas von “Tee, Einladung und Gastfreundschaft”, aber wir kümmern uns nicht weiter um ihn, treten kräftig in die Pedale und lassen den Trubel der Stadt hinter uns.

Die Strasse führt uns nun weiter Richtung Süden. Das Tal links und rechts des des Draa Flusses ist eine einzige, riesige Oase und dementsprechend dicht besiedelt. Immer wieder gibt es kleinere Anstiege zu überwinden, die uns mit fantastischen Blicken auf die ausgedehnten Oasen inmitten dieser kargen Berg- und Wüstenlandschaft belohnen.

Am frühen Nachmittag finden wir eine Gelegenheit einen Tee zu genießen. Im Schatten eines schönen Beduinenzeltes machen wir Rast und entgehen so der heissen Mittagssonne. Ein neugieriger Hahn und seine zwei Hennen leisten uns Gesellschaft.

Bevor es weiter geht nutzen wir noch die Waschgelegenheiten, die wir hinter dem Beduinenzelt; fließendes Wasser, welch’ ein Luxus. So erfrischt geht es voller Elan weiter durch das Tal: Oase reiht sich an Oase, Dorf reiht sich an Dorf. Das Draa-Tal ist mit Abstand die am dichtesten besiedelte Region unserer bisherigen Reise.

Plötzlich tauchen hinter einer Kurve zwei Radfahrer auf. “Die kennen wir doch”, denken wir uns. Tatsächlich, es sind die beiden Holländer, die wir bereits am ersten Tag der Reise getroffen haben. Wir unterhalten uns eine Weile an der Strasse und tauschen Erlebtes aus. Die beiden haben eine ähnliche Route hinter sich, sind jedoch nicht wie wir in Foum-Zguid nach Norden abgebogen, sondern über die Wüstenpiste nach M’hamid gefahren. Drei harte Tage wie die beiden zu berichten wissen.

Gegen Nachmittag sind immer mehr Menschen entlang der Strasse unterwegs. Ein völlig ungewohntes Gefühl inmitten so vieler Menschen zu sein. Die Männer sitzen in Gruppen im Schatten der Häuser, die Frauen sind größtenteils mit Wäsche waschen beschäftigt oder erledigen Arbeiten in den Oasen, die Kinder, die nun Schulfrei haben, spielen am Strassenrand, winken uns zu und haben ihren Spass daran uns hinterher zu laufen.

Als die Sonne schon lange Schatten wirft beginnen wir Ausschau nach einem Zeltplatz zu halten. Inmitten dieses dicht besiedelten Tals keine leichte Aufgabe. Eigentlich würden wir gerne wieder in einer Oase übernachten, diese sind hier hier aber so intensiv bewirtschaftet, so dass wir die Strasse stattdessen rechter Hand verlassen, die Oasen und die Dörfer hinter uns lassen und etwas raus in die Wüste fahren. Wir folgen zunächst einen kleinen Trampelpfad und lassen den Trubel schnell hinter uns. Einzig ein Nomadenzelt steht hier draussen in der weiten Ebene, aber auch das lassen wir noch links liegen und erspähen schliesslich in einiger Entfernung einen einsamen Baum mitten im Nichts. Hier lassen wir uns nieder und bauen unser Zelt auf.

Gerade als unser Zelt steht kommt noch ein Hirte mit seiner Herde Ziegen vorbei. Er grüßt uns nett und läuft weiter zum Nomadenzelt. Einen netten Nachbarn haben wir also auch.

Pünktlich zum Sonnenuntergang beginnen wir mit dem Kochen. Wir experimentieren ein wenig und bereichern unser Bannock heute mit Datteln. Wow, wie das schmeckt!

Bald schon ist die Sonne hinter den Bergen verschwindet und die Dunkelheit breitet sich aus. Wir liegen noch lange in der warmen Nacht vor dem Zelt, bewundern den unglaublichen Sternenhimmel und zählen die Sternschuppen.

  • Tageskilometer: 75km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 17 km/h
  • Anstieg gesamt: 620m
  • Fahrzeit: 4 h 20 min
  • Übernachtung auf  760m

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Mit dem Rad durch Marokko – 10. Etappe

Um heute ein etwas längere Pause zur Mittagszeit machen zu können und so der größten Hitze zu entgehen, haben wir den Wecker heute noch etwas früher gestellt. Zum Frühstück gibt es Bannock und Müsli; noch reicht das Benzin. Auf unseren morgendlichen Kaffee müssen wir aufgrund von Wassermangel aber leider verzichten. Zügig packen wir unsere Sachen zusammen und sitzen bereits um 8:30 Uhr auf den Rädern. An einem Friedhof vorbei geht es weiter Richtung Norden; weiter in die Berge.

Wir kommen gut voran und gönnen uns daher an der Kreuzung nach Agdz an einem Campingplatz im Schatten eines Beduinenzelts ein zweites Frühstück. Minztee, hausgemachtes Brot und Datteln. Endlich gibt es mal Datteln. Wir pausieren noch etwas im Schatten des Zeltes und starten schliesslich den Aufstieg in die Berge. Unser Weg führt nun in östlicher Richtung steil bergauf und das auch noch auf der schlechtesten Strasse der bisherigen Reise. Der Asphalt ist sehr rau und mit einer endlosen Anzahl von Schlaglöchern durchsetzt. Bis auf 1400m geht es hinauf. Doch haben solche Strapazen auch immer etwas gutes und so werden wir mit einem tollen Ausblick auf die immer noch schneebedeckten Gipfel Hohen Atlas belohnt.

Hier oben finden wir schliesslich auch den Grund für den schlechten Strassenzustand. Mitten in den Bergen befindet sich eine riesige Kobaltmine, die von zahlreichen LKW’s angefahren wird und denen wir im weiteren Verlauf der katastrophalen einspurigen Strasse immer wieder ausweichen müssen.

Wir kommen schliesslich an eine Abzweigung. Die rechte Strasse führt direkt nach Zagora, ist jedoch nur auf der Hälfte des Weges asphaltiert. Die linke Strasse führt zunächst nach Agdz und dann durch das Draa-Tal ebenfalls weiter nach Zagora. Wir biegen links an in Richtung Agdz und welch’ ein Segen; ein komplett neu asphaltierte Strasse führt uns von nun an immer leicht bergab in Richtung Agdz. Und auch die Vegetation ändert sich schlagartig. Waren die Hänge zuvor karg und nur von Felsen bedeckt, so ist die Strasse nun auf vielen Kilometer von herrlich blühenden Frühlingsblumen gesäumt. Jetzt passt wirklich alles. Die Strasse ist in einem ausgezeichneten Zustand, es geht bergab, die Luft duftet nach Blumen und wir können mit all’ unseren Sinnen die Landschaft geniessen. Nur leider machen uns unsere Wasservorräte schon bald einen Strich durch die Rechnung, sie sind nämlich so gut wie aufgebracht. Ich schaue auf die Karte. Der nächste Ort ist Tasla. Wir hoffen dort Wasser zu bekommen. Nach einigen Kilometern nähern wir uns schliesslich dem kleinen Ort. Die Strasse selbst führt jedoch am Ort vorbei. Wir zweigen daher an einer kleinen Seitenstrasse von der Hauptstrasse ab und fahren in den, auf einem kleinen Hügel gelegenen Ort. Lange fahren wir durch den Ort, er wirkt fast wie ausgestorben. Erst nach einer Weile finden wir ein winziges Lädchen, müssen jedoch mit entsetzen feststellen, dass es kein Wasser gibt. Wir suchen weiter. Vergeblich.

Im ganzen Ort ist kein Wasser aufzutreiben, aber wir haben keine andere Wahl, wir müssen weiter und so fahren wir zurück zur Hauptstrasse. Doch plötzlich haben wir doch noch Glück. Bereits ein kleines Stück hinter Tasla finden wir direkt an der Strasse einen Campingplatz. “Wenn wir hier jetzt Wasser bekommen, hätten wir uns die ganze Suchaktion in Tasla sparen können” denken wir uns. Auf dem Platz werden wir direkt von einem sehr netten älteren Mann willkommen geheißen. Auf unsere Frage, ob es hier Wasser zu kaufen gäbe, zeigt er nur auf einen Wasserhahn. “Na ja, nicht gerade optimal”. Doch er überlegt kurz  und sagt wir sollen ihm folgen. In einem Lagerraum am Rande des Platzes findet er tatsächlich noch eine Flasche Wasser, die er uns verkauft. Lange wird das nicht reichen und so kommt unser Wasserfilter endlich mal zum Einsatz. Wir bestellen uns zunächst noch etwas zu essen und filtern in der Zwischenzeit noch mehrere Liter des Leitungswassers. Der Mann leistet uns Gesellschaft und zeigt sich sehr interessiert an unserer Reise und natürlich auch an unserem Wasserfilter.

Gestärkt, erholt und mit ausreichend Wasser geht es zurück auf die Strasse.

Die größte Hitze des Tages ist vorbei und wir radeln genüsslich dem Ende des Tages entgegen.

Von der Strasse aus sehen wir in der Ferne eine winzige, aus nur ein paar Palmen bestehende, Oase inmitten eines ausgetrockneten Flussbeets und denken uns: “Da wollen wir übernachten”. Wir verlassen die Strasse und sieben unsere Räder durch Sand und über Steine zu den Palmen. Was aus der Ferne bereits gut aussah, ist aus der Nähe betrachtet noch viel besser. Ein begehbares Palmenhaus.

Wir bauen unser Zelt auf und kochen uns eine letze Mahlzeit. Es ist zum Glück nicht mehr weit nach Agdz, wo wir morgen hoffentlich unser Benzin nachfüllen können. Zum Sonnenuntergang erkunden wir noch ein wenig die Umgebung und steigen auf die umliegenden Berge.

Die Nacht ist ruhig, sternenklar und frisch…

  • Tageskilometer: 68km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 15 km/h
  • Anstieg gesamt: 990m
  • Fahrzeit: 4 h 34 min
  • Übernachtung auf 940m
  • Tiefsttemperatur: 4 °C

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Mit dem Rad durch Marokko – 9. Etappe

Gegen 6 Uhr kriechen wir aus dem Zelt. Wir sind die ersten auf dem Platz die wach sind. Alle Wohnwagen noch verriegelt, kein Franzose in Sicht und so frühstücken wir in aller Ruhe unser Müsli und vernichten die Brotreste vom Vorabend. Das fließende Wasser, welch Luxus, nutzen wir aus, um uns und unser Kochequipment mal richtig ordentlich zu waschen. Wir packen schliesslich zusammen und machen uns bereit für den Weg nach Agdz, den wir in den kommenden zwei Tagen schaffen wollen. Langsam erwacht der Campingplatz und auch unser deutscher Campingnachbar, der mit seinem uralten Bully und Hund von Deutschland nach Marokko gefahren ist, ist schon wieder zu einem Plausch vorbeigekommen. Wir unterhalten uns noch eine Weile und verabschieden uns schliesslich. In der Ortsmitte von Foum-Zguid decken wir uns noch mit einer nicht unerheblichen Menge an Süßigkeiten ein. Unsere Benzinreserven nähern sich langsam aber sicher auch ihrem Ende und so halten wir noch Ausschau nach einer Tankstelle. Am Ortsausgang werden wir schliesslich fündig, nur den Tankwart vermissen wir. Nach einer Weile schaut schliesslich jemand vorbei. Er bedauert, es gäbe kein Benzin. Wie bitte? Kein Benzin? Sicher? Irgendwie fällt es mir schwer ihm zu glauben. Ich frage nochmals nach, zeige auf unsere kleine Brennstoffflasche und sage ihm, dass wir nur wenig brauchen. Aber nein, es scheint kein Benzin zu geben. Er vertröstet uns schliesslich und meint, dass es im nächsten Dorf in drei Kilometer Entfernung noch eine Tankstelle gäbe. Na gut, damit können wir leben.

Die Strasse folgt zunächst einem weiten, ausgetrockneten Flussbett, immer wieder gesäumt von kleineren Palmenoasen. Die drei Kilometer zum nächsten Dorf sind schnell gefahren und schon wieder suchen wir nach einer Tankstelle. Vergeblich. Wir finden einen kleinen Polizeiposten an der Strasse. Ich frage den anwesenden, äusserst höflichen Polizisten nach der Tankstelle. Tankstelle? Hier? Nein, gibt hier es keine Tankstelle. Die nächste Tankstelle sei in Tazenakht. Noch über 70 Kilometer entfernt und der Ort liegt noch nicht mal auf unserem Weg. Wir geben die Hoffnung auf vor Agdz noch eine Tankstelle zu finden. Wenn wir sparsam kochen und etwas Glück haben reicht das Benzin vielleicht bis dahin. Wir fahren weiter. Die Strasse mündet schliesslich in eine weite, trockene Ebene. In der Ferne vor uns liegen wieder die Berge. Am Fuße der Berge erreichen wir ein hübsches Dorf inmitten einer Oase. Ein kurzer aber steiler Anstieg ist zu bewältigen, belohnt uns aber mit einem schönen Ausblick über die zurückgelegte Strecke.

Die Landschaft ist fortan wieder sehr schön, die Strasse leider oft um so schlechter. Immer im Tal zwischen zwei Bergketten, dem Verlauf des zunächst noch ausgetrockneten Flusses folgend, führt uns die Strasse Richtung Norden. Es ist wieder ein sehr warmer Tag heute. Als wir zur Mittagszeit ein kleines Dorf erreichen nutzen wir die Gelegenheit natürlich für eine Teepause. Mit jedem Kilometer den wir immer leicht bergan weiter durch die Berge fahren, füllt sich der Fluss langsam mit Wasser. Die zunächst nur kleinen Pfützen werden nach und nach zu immer größeren Wasserbecken. An einem dieser Wasserbecken treffen wir sogar Marokkaner die hier Angeln und ein Picknick veranstalten. Die Frauen sitzen im Schatten, die Männer sitzen mit ihren Söhnen am Wasser und Angeln. Wir unterhalten uns ein wenig mit ihnen und fahren schliesslich weiter.

Am frühen Nachmittag beginnen wir uns nach einem schönen Schlafplatz umzusehen. Nach einigen Kilometer finden wir am Strassenrand ein ausgedehnte Oase, die sich weit entlang eines ausgetrockneten Flussbeets erstreckt. Eine Piste zweigt von der Strasse ab und führt uns entlang des Flussbeets zu einer herrlichen Stelle am Rande der Oase. Wir bauen unser Zelt auf und verbringen noch einige schöne Stunden in der warmen Nachmittagssonne. Wir spielen Karten und kochen und als die Sonne schon lange hinter den Bergen untergegangen ist, sitzen wir immer noch draussen und geniessen den warmen Abend. Die Temperaturen sind wunderbar mild und der Himmel voller Sterne.

  • Tageskilometer: 60km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,5 km/h
  • Anstieg gesamt: 800m
  • Fahrzeit: 4 h 8 min
  • Übernachtung auf 980m

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Mit dem Rad durch Marokko – 8. Etappe

6 Uhr. Der Wecker klingelt und wir sind sofort hellwach. Unser Tag-Nachtrythmus hat sich auf erstaunlich konstante Uhrzeiten eingestellt. Die Nacht war wunderbar ruhig und dementsprechend hervorragend haben wir geschlafen. Noch bevor die Sonne am Horizont zu erahnen ist, kommen wir aus dem Zelt und bereiten das Frühstück vor. Wir lassen den Tag ganz locker angehen. Die Ruhe hier draussen in der Wüste färbt irgendwie auf uns ab und so sitzen wir noch eine ganze Weile bei leckeren Schokopfannkuchen am Flusslauf und geniessen den Sonnenaufgang. Hoch über unseren Köpfen ziehen die Störche zurück in den Norden.

Nach einer ausgiebigen Wäsche am Fluss beginnen wir alles zusammenzupacken und die Fahrräder zu beladen. Gegen 10 Uhr haben wir die Strasse wieder erreicht und starten in den heutigen Tag. Zuerst überraschenderweise mit Rückenwind, aber die Freude währt nicht lange. Der Wind lässt zunächst ganz nach und wendet sich dann doch gegen uns. Die Aussicht bleibt diesig und der Himmel ist mit Schleierwolken verhangen, was das Fahrrad fahren aber sehr angenehm macht. Nach etwa 15 km erstrecken sich immer wieder ausgedehnte Dünenlandschaften rechts neben der Strasse. Wir fahren noch eine Stunde weiter und machen schliesslich Halt um eine Pause in den Dünen einzulegen. Die Schleierwolken ziehen sich nach und nach immer weiter zurück und machen Platz für die Sonne. Wir suchen uns daher ein schattiges Plätzchen und futtern unsere letzten Reserven an Süßigkeiten. Die Sonne knallt, dennoch erkunden wir bevor es weiter geht noch ein wenig die Dünen. Der heiße Sand verbrennt uns fast die Füße.

Nach der Pause fahren wir zügig weiter und erreichen bereits gegen 14 Uhr die Stadt Foum-Zguid. Es ist mittlerweile wieder so heiß, dass wir heilfroh sind die Stadt erreicht zu haben und uns im kühlenden Schatten eines Strassencafé einen Tee und ein Brot gönnen. Wir überlegen wie es heute weiter gehen soll. Fahren wir noch ein Stück oder bleiben wir hier? Das Städtchen gefällt uns und es reizt uns auch mal einen Abend unter Menschen zu verbringen, also beschliessen wir die Nacht hier in Foum-Zguid zu bleiben. Bei der Fahrt entlang der Hauptstrasse haben wir bereits bei unserer Ankunft einen hübschen Zeltplatz mit vielen Schatten spendenden Palmen gesehen. Wir fahren das kleine Stück zum Zeltplatz zurück und quartieren uns für 30 Dirham pro Person für eine Nacht ein.

Wir bauen unser Zelt auf und gönnen uns noch ein spätes Mittagessen unter Palmen. Was wir für einen Hunger haben ist echt unglaublich. Nach dem Essen ziehen wir im Schein der Abendsonne bei wunderbar milden Temperaturen durch die Stadt. Zu Fuß. Es fühlt sich gut an mal wieder ein paar Meter zu laufen. Wir erkunden die Stadt abseits der Hauptstrassen, entdecken halb zerfallene Lehmbauten und die Oasengärten ausserhalb der Stadt. Eine fantastische Atmosphäre. Bei Einbruch der Dunkelheit und bei Beginn des Gesangs des Muezzin’s kehren wir noch einmal im Strassencafé ein, trinken einen Tee und beobachten entspannt das Leben auf den Strassen der Stadt.

Auf dem Weg zurück zum Zeltplatz hält neben uns plötzlich ein Jeep an. Der Fahrer sagt er wir können einsteigen, er nehme uns mit zum Zeltplatz. Da wir gerade noch Wasser gekauft und somit einiges zu schleppen haben, nehmen wir das Angebot gerne an. Im Auto duftet es köstlich nach Brot. Der Mann hat eine Ladung frischer, von seiner Frau gebackene, Brote dabei. Wir kaufen natürlich gleich zwei Stück. Die Brote sind eigentlich für den Verkauf am nächsten Morgen gedacht, das heisst so frisch wie jetzt bekommen wir sie nie wieder. Am Zelt angekommen und machen wir uns noch eine Portion Couscous und probieren natürlich auch gleich noch ein Brot. Es schmeckt köstlich, mit einem Hauch von Anis.

Die Nacht ist mild. Als wir im Zelt liegen hören wir noch den Trubel auf der Strasse. In der Ferne spiet ein Marokkaner Gitarre und direkt neben dem Zeltplatz bellen die Hunde. Nach der Ruhe der letzten Nächte eine ungewohnte Situation.

  • Tageskilometer: 60km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 18 km/h
  • Anstieg gesamt: 320m
  • Fahrzeit: 3 h 20 min
  • Übernachtung auf 580m
  • Tiefsttemperatur: 7 °C

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Mit dem Rad durch Marokko – 7. Etappe

Der Wecker klingelt pünktlich um 6 Uhr. Im Laufe der Nacht hat sich der Wind gelegt und so konnten wir in Ruhe schlafen. Bevor wir das Zelt verlassen packen wir wie üblich wieder alles nicht Benötigte zusammen, aber diesmal nicht ohne alles vorher ein wenig vom Sand zu befreien. Als ich aus dem Zelt komme bietet sich mir ein beeindruckendes Bild. Die Landschaft ist in tiefes Blau getaucht und hinter den in der ferne liegenden Bergen geht gerade der Mond unter. Zum Frühstück geniessen wir erneut das Farbenspiel der schon bald darauf aufgehenden Sonne. Das Panorama ist überwältigend. Nur leider beginnt auch pünktlich zum Sonnenaufgang der Wind wieder einzusetzen, natürlich Ostwind. Wir ahnen es bereits; ein Tag mit Gegenwind.

Wir packen schliesslich ein und versuchen noch unsere Sachen so gut es geht vom Sand zu befreien. Quer durch die Steinwüste geht es zunächst zurück zur Strasse. Auf die Fahrräder, fertig, los. Der Strassenverlauf lädt eigentlich zum flotten fahren ein, doch wie erwartet macht uns der kräftige Gegenwind mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Die Landschaft wird zunehmend “afrikanischer”. Die Farbe des Gesteins wandelt sich in Ocker- und Erdtöne; wunderschön anzuschauen.

Wir durchqueren eine weite, in Norden und Süden durch Bergkämme eingebettete und zum Teil stark versandete Landschaft. Nach einiger Zeit erreichen wir mitten im Nichts eine kleine Oase. Kinder stehen am Strassenrand und wollen uns Wasser verkaufen, aber unsere Vorräte sollten noch locker bis Tissint reichen. Wir versuchen schnell voran zu kommen, um einen schönen Mittag/ Nachmittag an einer Badegumpe mitten in der Wüste zu verbringen. Die Koordinaten der Badegumpe hatte ich im Vorfeld der Reise recherchiert. Hin und wieder werden wir von französischen Wohnwagen Kolonnen überholt, teilweise zählen wir bis zu 10 Wagen. Das sind wohl die Horden, die mit ihren Wohnwagen gestern Tata belagert hatten. Wir hoffen sie so bald nicht wieder sehen zu müssen.

Vor Tissint wird es immer diesiger. Es macht auf uns den Anschein als herrscht in der benachbarten Sahara gerade ein Sandsturm. Feinster Sand liegt überall in der Luft, erschwert das Atmen und macht uns durstig. Die Sonne knallt mittlerweile fast senkrecht vom Himmel und der Gegenwind gibt uns den Rest. Von der Landschaft bekommen wir aufgrund der schlechten Sicht kaum noch etwas mit.

Wir sind heilfroh als wir endlich in Tissint ankommen und steuern das einzige um die Mittagszeit geöffnete Kiosk/ Restaurant an. Die Strassen sind menschenleer. Bei einem Tee mit viel Zucker und einem Brot lassen wir unsere Köpfe abkühlen. Von unserem schattigen Platz aus haben wir einen tollen Ausblick auf den Hausberg von Tissint. Nur wenige Meter neben der Strasse erhebt sich eine schräge Felsfläche aus dem Sand, die durch die ebene Oberfläche und den Sonnenschein fast wie poliert wirkt. Ein fast unwirkliches Bild. Wir bleiben noch eine Weile sitzen, ruhen uns aus und langsam wird die Strasse immer belebter. Bevor wir die letzten Kilometer zur Badegumpe in Angriff nehmen kaufen wir noch ordentlich Wasser und Süßigkeiten ein.

Es geht weiter durch die immer noch diesige Landschaft. Wir lassen die Oase von Tissint hinter uns und durchqueren eine karge Ebene. Laut GPS nähern wir uns der Badegumpe, doch von Wasser nicht das geringste zu sehen. Wir beginnen an den Koordinaten zu zweifeln, doch schliesslich erreichen wir eine kleine, unscheinbare Piste, die links von der Strasse abzweigt. Und tatsächlich, die Piste führt uns geradewegs auf eine Schlucht zu, an deren Grund im Sonnenlicht glitzernder Bach verläuft. Wasser in der Wüste; es ist wunderschön und wir freuen uns nach einer Woche Wasserabstinenz auf das kühle Nass. Wir schauen uns zunächst ein wenig um und suchen nach einer schönen Stelle für unser Zelt. Schon bald finden wir einen kleinen Strand direkt an einem etwas größeren Wasserbecken. Einfach perfekt. Aber erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Also bauen wir schnell unser Zelt auf und dann nichts wie ab in das salzige Nass. Es handelt sich tatsächlich um Salzwasser und es fühlt sich gut an. Wir geniessen das Baden.

Den Rest das Tages erklären wir zum “Urlaubstag” und lassen es uns am Abend mit Chilli con Carne und Bannock gut gehen. Wir liegen noch lange in der warmen Nacht vor dem Zelt und bewundern den Sternenhimmel.

  • Tageskilometer: 71km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 15,2 km/h
  • Anstieg gesamt: 440m
  • Fahrzeit: 4 h 40 min
  • Übernachtung auf 460m
  • Tiefsttemperatur: 8 °C

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Mit dem Rad durch Marokko – 6. Etappe

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht unter Palmen begrüßt uns der Morgen mit einem fantastischen Sonnenaufgang. Schon zum Frühstück, es gibt köstliches Früchtebannock, herrscht in der Oase überraschend viel Trubel. Viele Frauen sind unterwegs und sammeln die auf dem Boden liegenden Datteln ein. Interessiert schauen sie uns beim Frühstücken und beim anschließenden Zusammenpacken zu, auch das ein oder andere kleine Gespräch entwickelt sich.

Wieder auf der Strasse geht es weiter entlang der, mit Bewässerungskanälen durchzogenen, Oasengärten. Vieles blüht und gedeiht. Ein schöner Kontrast zu der kargen Landschaft der letzten Tage. An einer kleinen Quelle am Strassenrand füllen wir im warmen Sonnenschein unsere Wasservorräte wieder auf. Viele Frauen in festlichen Kleidern sind heute morgen mit uns auf der Strasse unterwegs. Sie grüßen uns und scherzen sie möchten auf dem Gepäckträger mitgenommen werden.

Die 10 km nach Tagmoute sind schnell gefahren. Die Strasse entlang des ausgetrockneten Flussbetts führt die meiste Zeit leicht bergab. Tagmoute selbst ist ein hübscher Ort innerhalb einer weit ausgedehnten Oase und so machen wir im Ort noch eine kleine Pause. Beim Bäcker decken wir uns mit einem zweiten Frühstück ein und setzen uns mit zwei Schokoladencroissants und marokkanischen Keksen in die Sonne. Der Ort erstreckt sich eine Weile entlang der Oase und so gönnen wir uns an der letzten Kreuzung noch einen Tee. Beim Geflügelmetzger nebenan, bei dem Verkaufsraum und Stall auf engstem Raum miteinander vereint sind, hole ich uns noch eine Portion Oliven für das Abendessen. Hinter dem Ort endet die Oase schlagartig und weicht einer großen und weiten, wüstenartigen Ebene. Wir gleiten durch die faszinierende Landschaft.

Wir durchqueren die Ebene und erreichen den nächsten, kurzen Anstieg, der uns zunächst in eine teilweise canyonartige  Landschaft mit bizarren Felsformationen führt. In einem Wechsel aus steil abfallenden Berghängen und offener Landschaft geht es Richtung Tata, einem Städtchen am Rande der Wüste.

Bevor wir Tata jedoch erreichen, machen wir an einer Schlucht mit vielen Grotten noch eine Pause. Wir setzen und in den Schatten eines Baumes und futtern ein paar Müsliriegel. Hier fallen uns zum ersten Mal unsere hochroten Köpfe auf. Trotz Kopfbedeckung und Sonnencreme scheinen wir heute etwas viel Sonne abgekommen zu haben.

Nach dieser Pause machen wir uns auf den Weg in das nur noch wenige Kilometer entfernte Tata. Als wir den Ort erreichen fallen uns sofort die mit Wohnwagen überfüllten Parkplätze auf. Der Ort scheint aufgrund des deutlich spürbaren Tourismus relativ wohlhabend zu sein. Die Strassen sind hervorragend ausgebaut und selbst ein Schwimmbad, hier am Rande der Wüste, ist für die Touristen im Bau. Noch kopfschüttelnd erreichen wir den ersten Laden, kaufen Wasser und ordentlich Süssigkeiten. Unser Bedürfnis nach Süssigkeiten ist in den letzten stark gestiegen. Um unseren roten Köpfen noch eine kleinen Sonnenpause zu gönnen, essen wir in einem Hotel mit Restaurant noch eine Tajine und trinken natürlich noch einen Tee. Unsere Köpfe kühlen nur langsam ab, immer noch sind sie ziemlich rot und so beschliessen wir uns nach einem Sonnenschutz umzusehen. An einem Stoffladen erwerben wir 2 Tücher und lassen uns zeigen wie man damit einen Turban bindet.  In unsere neuen Tücher gewickelt verlassen wir die Stadt.

Nach einigen Kilometer verlassen wir die Strasse und fahren querfeldein durch die umliegende Steinwüste, um einen Platz für die Nacht zu finden. Es ist recht windig hier draussen. Das Aufbauen des Zeltes bereitet uns wieder mal etwas Mühe.

Wir haben trotz der Tajine großen Hunger, dementsprechend üppig fällt das Abendessen aus. Es gibt Bannock mit Oliven, Nudeln mit Hackfleisch und Karotten und Süßigkeiten. Jede kleine Windböe wirbelt den feinen Sand auf und wir müssen aufpassen unser Essen halbwegs frei vom Sand zu halten. Mit mässigem Erfolg. Selbst im geschlossenen Zelt hat sich eine Schicht aus feinstem Sand auf dem Boden gebildet.

Trotz des Sandes geniessen wir das Essen, beobachten den Sonnenuntergang am Horizont und bestaunen das Farbenspiel am Himmel. Kaum geht die Sonne im Westen unter, geht im Osten bereits der Mond auf. Es ist fast Vollmond. Bevor wir uns ins Zelt zurückziehen versuchen wir das Zelt noch etwas vom Sand zu befreien. Wir müssen aber schnell feststellen, dass das Vorhaben sinnlos ist. Kaum ist etwas Sand aus dem Zelt draussen, schon kommt die nächste Böe und treibt den Sand unter dem Vorzelt wieder ins Innere des Zeltes. Wir werden uns wohl mit dem Sand arrangieren müssen. Aufgrund unserer Müdigkeit aber kein grösseres Problem und so schlafen wir trotz Wind und Sand schnell ein. Es ist eine warme Nacht.

  • Tageskilometer: 72km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 17 km/h
  • Anstieg gesamt: 650m
  • Fahrzeit: 4 h 10 min
  • Übernachtung auf 730

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Mit dem Rad durch Marokko – 5. Etappe

Es war eine schrecklich unruhige Nacht. Der Wind wehte ohne unterlass und immer wieder kam auch noch laut prasselnder Regen dazu. Wir haben die Nacht über kaum geschlafen und fühlen uns, als wir am Morgen um 6:45 aus den Schlafsäcken kriechen dementsprechend erschlagen. Der Wind weht immer noch heftig und die Lust das Zelt zu verlassen hält sich dadurch stark in Grenzen. Noch im Zelt packen wir alles was nicht mehr benötigt wird zusammen. Dann nur noch ein Gedanke: Flucht vor dem Wind. Ohne Frühstück und ohne Morgenwäsche schwingen wir uns mit eiskalten Fingern direkt auf die Räder. Die gerade aufgegangene Sonne schafft es kaum uns zu wärmen, aber wir fahren weiter. Wir wollen nur raus aus diesem windigen Teil des Gebirges.

Es sind noch 30 km bis Igherm. Dort wollen wir zu Mittag essen. Doch zunächst kämpfen wir uns die Berge hoch und wieder runter, immer mit ordentlich Gegenwind. Plötzlich fällt mir auf, dass mein Telefon nicht mehr in meiner Hosentasche ist. “Mist, ich habe mein Telefon verloren”, denke ich mir. Es folgt ein kurzer Stopp und wir machen uns auf die Suche nach dem Telefon. Als wir die Suche schon fast aufgeben wollen, kommt Anja auf die Idee mal im Zelt nachzusehen. Und tatsächlich, bei dem morgendlichen Aufbruchsstress habe ich das Telefon im Zelt liegen gelassen. Auf den Schreck futtern wir erstmal einen Müsliriegel, dann geht es weiter den Berg hoch.

Der Müsliriegel bringt nicht viel, ausser mehr Lust auf Essen. Doch hier bei dem Wind etwas zu kochen, dazu fehlen uns jetzt die Nerven. Völlig ausgehungert erreichen wir mit knurrenden Mägen eine Kuppe. Vor uns im Tal liegt Igherm. Voller Vorfreude auf eine Tajine (hoffentlich klappt es heute) und einen süssen, süssen Tee fahren wir in die Stadt. An der Hauptstrasse gibt es einige Restaurants. Wir steuern eins der Restaurants an und bestellen Tajine und Tee. Schon nach dem ersten Bissen bessert sich unsere Laune schlagartig. Ein leerer Magen schlägt wirklich aus Gemüt. Die Tajine schmeckt ausgezeichnet und schon nach kurzer Zeit sitzen wir vor leeren Tellern. Wir bleiben noch eine Weile unter dem schattigen Vordach des Restaurants sitzen und trinken unseren Tee. Bevor es weiter geht, füllen wir noch unsere Wasservorräte auf und suchen eine Tankstelle, um uns wieder mit Brennstoff zu versorgen. Von Igherm aus geht es nun in südöstlicher Richtung nach Tata, eine kleine Stadt am Rande der Wüste. An großen Hunderudeln vorbei geht es raus aus der Stadt.

Die Landschaft wird nun immer grandioser. Unter einem stahlblauen Himmel fahren wir durch eine langgezogene Schlucht und immer wieder bewundern wir rechts und links der Strasse die bizarrsten Gebirgsformationen. Hier fällt uns zum ersten Mal auf, das wir immer öfter von Wohnwagen überholt werden. Teilweise fahren die Wohnwagen sogar in 10er Kolonnen an uns vorbei. Hinter dem Steuer fast ausschliesslich französische Rentner. Die warmem Wüstenregionen hier im Süden Marokkos scheinen ein “Geheimtipp” unter französischen Rentnern zu sein. Wir finden die Wohnwagen eher nervig, auch wenn sich alle stets sehr beeindruckt zeigen uns hier auf einem Fahrrad zu sehen. An der wunderbaren Landschaft ändert das jedoch nichts. Es gibt keine nennenswerten Berganstiege mehr, auch der Wind lässt jetzt etwas nach und so können wir die Landschaft mit allen Sinnen geniessen.

Immer wieder entdecken wir halb zerfallene Dörfer, die einst an den abenteuerlichsten Plätzen auf Bergkuppen errichtet wurden. Die Berge sind von faszinierenden Strukturen durchzogen und sehen aus wie gemalt. Ein letztes Mal geht es schliesslich in einem langgezogenen Anstieg einen Berg hinauf und wieder werden mit einem tollen Blick über die Landschaft und die zurückgelegte Strecke belohnt. Hier oben frischt der Wind plötzlich wieder auf. Wir fahren ein Stück am Hang entlang als eine Böe mir plötzlich meine Mütze vom Kopf reisst. Kurz vor dem Abgrund schafft Anja es noch sie zu retten.

Es folgt eine geniale Abfahrt über steile und enge Serpentinen. Schlagartig verlieren wir an Höhe. Innerhalb weniger Kilometer geht es durch die Felslandschaft von 1600 m auf 1200 m und immer wieder eröffnen sich faszinierende Blicke in die Tiefe. Unten angekommen erwartet uns eine wunderbar grüne Oase.

Wir folgen der Oase und geniessen die wärmenden Sonnenstrahlen. Viele Kinder sind auf der Strasse unterwegs. Sie rufen und winken uns zu. Als wir zwei Männer an Strassenrand überholen, rufen sie uns zu und einer der beiden fragt nach einer Luftpumpe für das platt neben ihm stehende Mofa. Wir helfen ihm aus. Er beginnt zu pumpen. Nur sehr langsam füllt sich sein Reifen, aber er ist beharrlich und pumpt immer weiter. Wir kommen ins Gespräch und der Mann, der hier neben der Strasse sein Haus bauen lässt, bietet uns an unser Zelt auf seiner Baustelle aufzuschlagen. Sehr nett, aber wir lehnende dankend ab. Durch den Beton kriegen wir unsere Heringe nicht in den Boden. Wir unterhalten uns noch ein Weile und unbemerkt sind wir plötzlich von einer ganzen Horde Kinder umlagert. Der Reifen ist mittlerweile wieder platt, das scheint den Mann nicht weiter zu stören. Aber so langsam müssen wir weiter und so verabschieden wir uns von ihm und den Kindern. Die Strasse folgt einem ausgetrockneten Flussbett. Rechts und Links der Strasse riesige Dattelpalmen und wunderschöne, schattige Oasengärten. Die Oasen bieten sich hervorragend als Nachtlager an und nach kurzer Suche finden wir ein einsames, windgeschütztes Plätzchen unter Palmen am Rande einer Oase. Wir bauen unser Zelt auf und geniessen beim Kochen die letzten Sonnenstrahlen des Tages.

Die Nacht ist sternenklar. Fast Vollmond. Kein Wind. Es ist herrlich still. Wir geniessen den Abend und laufen noch ein wenig durch die Nacht. Nie hätten wir nach diesem Morgen gedacht, das der Tag so toll endet.

  • Tageskilometer: 66km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 13,6 km/h
  • Anstieg gesamt: 1530m
  • Fahrzeit: 4 h 52 min
  • Übernachtung auf 1030
  • Tiefsttemperatur: 4 °C

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Mit dem Rad durch Marokko – 4. Etappe

Noch bevor der Wecker klingelt werden wir durch den Gesang des Muezzin geweckt. Im Halbschlaf liegen wir im Zelt und lauschen den wunderbaren Klängen, die sich mindestens über eine Viertelstunde hinziehen. Langsam öffnen wir die Augen und sind uns einig, dass war wirklich beeindruckend. Immer noch völlig fasziniert werfe ich um 6:20 einen ersten Blick aus dem Zelt und ich sehe…nichts! Das Tal steckt in dichtem Nebel, das Aussenzelt ist klitschnass. Aber alles halb so wild, wenn die Sonne erstmal aufgegangen ist, wird der Nebel sich mit Sicherheit schnell verziehen, spekulieren wir. Bei unserer morgendlichen Packprozedur sitzt mittlerweile jeder Handgriff und so ist alles, was nicht mehr benötigt wird schnell in den Taschen verstaut. Als wir aus dem Zelt kommen, hat sich der Nebel bereits etwas gelichtet. Wir starten den Tag mit Kaffee und vielen, vielen Pfannkuchen. Nach einer Weile schafft es die Sonne schliesslich über die im Osten liegenden Berge und taucht die Gipfel der Berge auf der anderen Seite des Tals in ein warmes Rot. Ich liebe diese Momente! Wir warten ein wenig bis die Sonne das noch feuchte Zelt trocknet und machen uns bei bester Laune auf den Weg.

Heute morgen steht zunächst gemütliches einfahren auf dem Programm. Auf flacher Strecke geht es weiter durch das mit Mandelbäumen bewachsene Tal. Am Ende des Tals der obligatorische, steile Anstieg. Wir folgen der Strasse fortan in einem stetigen Wechsel aus Anstiegen und Abfahrten. Die Anstiege sind mittlerweile weniger anspruchsvoll als noch an den ersten Tagen, aber durch das ständige Auf und Ab kommt einiges an Höhenmetern zusammen. Waren zunächst noch ganze Hänge mit Mandelbäumen bewachsen, so werden diese immer weniger und die Landschaft immer karger. Die Aussicht auf den Bergkuppen ist großartig. Teilweise schweift der Blick in die Ferne bis zu den noch schneebedeckten Gipfeln des Hohen Atlas. Wir erreichen schliesslich die Kreuzung nach Igherm und biegen links ab.

Immer entlang eines ausgetrockneten Flussbeets windet sich die Strasse durch die Berge. Die in der Sonne orange leuchtenden Hänge sind kahl,  nur teilweise mit Kakteen bewachsen. Entlang des Flussbeets stehen einige weiß blühende Mandelbäume. Eine fantastische Szenerie. Nach einer Weile erreichen wir das kleine Dorf Ait-Abdallah. Ein Café  am Strassenrand lädt zu einer süssen Teepause ein. Wir kaufen noch Wasser und fahren schliesslich weiter. An einem steilen Anstieg fahren wir an zwei am Strassenrand spielenden Jungen vorbei. Da Anja wohl ziemlich angestrengt aussah, kommen sie plötzlich angerannt und schieben sie mit voller Begeisterung ein gutes Stück den Berg hoch. So ein Einsatz muss belohnt werden. Die zwei bekommen von uns einen “Stylo” geschenkt, die wir extra für solche Situationen mitgenommen hatten. Die Freude ist groß und die beiden rennen uns noch eine ganze Weile hinterher.

Am frühen Nachmittag nimmt der Wind, der heute schon den ganzen Tag über präsent war, merklich zu. Und natürlich kommt er meist von vorne. Als die Temperaturen am Nachmittag wieder ihren Höhepunkt erreichen und wir etwas Schatten vertragen können machen wir eine Mittagspause unter zwei herrlich duftenden Mandelbäumen. Wir essen eine große Portion Couscous und ruhen uns noch etwas im Schatten aus. Als wir wieder aufbrechen frischt der Wind immer weiter auf. Die folgenden Kilometer kämpfen wir uns bei starkem Gegenwind immer weiter den Berg hinauf. Und selbst wenn es zwischendurch immer mal wieder kurze Abwärtspassagen gibt, so müssen wir weiter in die Pedale treten um vorwärts zu kommen. Auf 1800m Höhe erreichen wir schliesslich den höchsten Punkt unserer Tour. Die Aussicht ist großartig, der Wind unglaublich anstrengend.

Die nun folgende langgezogene Abfahrt können wir kaum geniessen. Immer wieder versucht uns der Wind von den Rädern zu wehen. Ein Gutes aber hat der Wind. Die rasant über unsere Köpfe ziehenden Wolken sorgen für ein fantastisches Spiel aus Licht und Schatten auf den umliegenden Bergen. Dennoch, der Wind zerrt an unseren Nerven und so beginnen wir langsam Ausschau nach einem Zeltplatz zu halten. Wir kämpfen uns noch über 2 Kuppen und entdecken endlich eine Piste die rechts von der Strasse in ein kleines Seitental abzweigt. Nach 1 km finden wir ein schönes Plätzchen unter einen Mandelbaum, leider nicht wie gehofft windgeschützt. Das Aufbauen des Zeltes wird bei diesem Wind zu einer wahren Geduldsprobe, aber irgendwann ist unsere Behausung sicher mit Heringen im Boden verankert und trotzt dem Wind. Als das Zelt steht kommt ein netter Mann auf einem Mofa vorbei gefahren. Er empfiehlt uns noch eine Ecke weiter zufahren, dort sein es wohl etwas windgeschützter. Aber jetzt ist es zu spät…das Zelt steht. Lange halten wir es nicht mehr draussen aus und so verziehen wir uns recht schnell in das schützende Zelt.

Die ganze Zeit über peitschen teilweise heftige Böen gegen das Zelt. Eine unruhige Nacht erwartet uns.

  • Tageskilometer: 52km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h
  • Anstieg gesamt: 1500m
  • Fahrzeit: 4 h 23 min
  • Übernachtung auf 1660m
  • Tiefsttemperatur: 2 °C

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Mit dem Rad durch Marokko – 3. Etappe

Um 6:45 Uhr wachen wir pünktlich zum Gesang des Muezzin auf. Unsere Vorgabe eine Stunde vor Sonnenaufgang aufzustehen konnten wir zwar nicht einhalten, aber wir werden besser. Ein erster Blick aus dem Zelt auf die noch dunkel vor uns liegende Bergwelt offenbart dicke Wolken und leichten Nieselregen. Um aus dem Zelt zu kommen ist es sowieso noch zu kalt, also nutzen wir die verbleibende Zeit bis zum Sonnenaufgang, um alles was nicht mehr benötigt wird zusammenzupacken. Wir rollen die Isomatten zusammen, packen die Schlafsäcke, ziehen uns um und machen uns startklar. Als es draussen langsam heller wird kommen wir aus dem Zelt. Die dichte Bewölkung ist mittlerweile in Ansätzen einem blauen Himmel gewichen, der Nieselregen hat aufgehört. Bevor es wieder auf die Fahrräder geht noch Müsli und Kaffe zum Frühstück, zähneputzen und waschen. Das Zelt einpacken, Taschen und Fahrräder zurück auf die Strasse tragen und es kann weiter gehen. Insgesamt hat das Packen heute morgen schon deutlich reibungsloser geklappt als noch am ersten Morgen.

So wie es gestern aufgehört hat, so geht es heute prompt weiter. Die Strasse, eingerahmt von schroffen roten Felsen, windet sich in langen Serpentinen immer weiter die Berge hinauf. Im Gegensatz zu gestern kommen wir heute besser voran, zwar immer noch nicht besonders schnell, aber zumindest besser. Mit jeder Minute klart der Himmel weiter auf, es entwickelt sich perfektes Fahrradwetter. Sonnig, aber aufgrund der Höhe noch angenehm mild. Die Landschaft ist wunderschön und bietet fantastische Ausblicke über die Täler und vereinzelte, kleine Dörfer. Wir lassen die Serpentinen langsam hinter uns und genießen die ersten rasanten Abfahrten. Doch die Freude weilt nicht lange, wo es bergab geht, da geht es auch kurz darauf wieder bergauf. Wir sind nahezu völlig alleine auf der Strasse unterwegs. Von Autos heute noch keine Spur, nur hin und wieder kommen uns Menschen mit vollbepackten Eseln entgegen, die uns alle äusserst freundlich grüßen und uns zu winken. Das ständige Auf und Ab lässt unsere Wasservorräte schnell schwinden. Eine Quelle am Strassenrand kommt uns daher sehr gelegen und wir machen kurz Pause und füllen unsere Flaschen. Die Landschaft wird nun nach und nach immer kahler, anstelle der vereinzelten Bäume treten nun immer häufiger Kakteen, die in ihrer Wuchsform stark an Korallen erinnern.

Noch ein steiler Anstieg und wir kommen schliesslich wieder auf die “Hauptstrasse”, die wir gestern bei Ait-Baha verlassen haben. Mit eineinhalb Spuren, nicht gerade dass, was man sich unter einer Hauptstrasse vorstellt, aber der Verkehr nimmt mit etwa 3-4 Autos pro Stunde doch etwas zu. Die Strecke bleibt nun zunächst eher flach. An einer langgezogenen Kurve tut sich plötzlich ein eindrucksvolles Panorama vor uns auf: Ein weites Tal eingerahmt von Bergen und in der Mitte, auf einem Felsen thronend eine alte Speicherburg.

Die Temperaturen erreichen am fühen Nachmittag ihren Tageshöchststand. Eigentlich Zeit für eine längere Pause und so folgen wir der Strasse und halten Ausschau nach einem Restaurant. Heute wollen wir endlich mal eine Tajine probieren. Ein Schild am Strassenrand mit einem Tajinetopf macht uns schliesslich Hoffnung und tatsächlich, das dazugehörige Restaurant lässt nicht lange auf sich warten. Für Tajine sei es aber leider noch zu früh, sagt man uns. Wir weichen stattdessen auf Fleischspieße mit Minzsosse und Salat aus. Eine äusserst köstliche Entscheidung.

Nach einer ausgiebigen Verdauungspause satteln wir die Räder und machen uns bei immer noch recht hohen Temperaturen wieder auf den Weg. Jedoch nicht ohne noch an einem Lädchen auf der gegenüberliegenden Strassenseite unsere Wasservorräte aufzufüllen. Eine gute Entscheidung. Es geht fortan immer leicht bergauf und die Sonne knallt. Nach nicht mal 2 km hat jeder schon einen Liter Wasser getrunken. Es folgt noch ein letzter steilerer Anstieg, der uns einen schönen Ausblick auf die zurückgelegte Strecke beschert. Die darauffolgende Abfahrt führt uns zunächst durch ein kleines Dorf und anschliessend in ein dicht mit blühenden Mandelbäumen bewachsenes Tal. Schnell steht fest, hier suchen wir uns ein Plätzchen für die Nacht. Inmitten der Mandelbäume, am Rande eines ausgetrockneten Flussbetts finden wir einen schönen Platz und bauen in der Abendsonne unser Zelt auf. Gerade als das Zelt steht, taucht wie aus dem Nichts eine alte Frau auf. Sie begrüsst uns freundlich, kramt etwas unter ihrem Umhang hervor und drückt uns ein großes Büschel frisch gesammelten Thymian in die Hand. Sie empfiehlt uns daraus einen Tee zu kochen und verabschiedet sich wieder.

Während Anja uns einen Tee kocht schraube ich noch etwas an meiner Gangschaltung, die heute immer wieder Probleme gemacht hat. Wir kochen noch eine große Portion Schokopuddig, spielen Karten und geniessen den angenehm milden Abend. Der Mond scheint und macht die Nacht zum Tag.

  • Tageskilometer: 45km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h
  • Anstieg gesamt: 1340m
  • Fahrzeit: 3 h 40 min
  • Übernachtung auf 1380m
  • Tiefsttemperatur: 2 °C

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