Wasser, Wadis & Wüste

Ein Großteil der zu bewältigenden Höhenmeter ist geschafft. Das letzte Drittel der Reise verläuft nach dem Erreichen der Hauptstadt Muskat immer in der Nähe der Küste. Um die Hauptstadt herum nimmt der Verkehr noch einmal merklich zu, doch dies ist glücklicherweise nicht von Dauer. Schon bald sind die Strassen beinahe wieder menschenleer und die omanische Küste zeigt ihre ganze Schönheit und Vielfalt. Kilometerlange Sandstrände, steile Felsküste und dazwischen immer wieder atemberaubende Wadis, die sich ihren Weg ins Meer bahnen.

Vorbei an Quriat, geht es über zum Sur zum östlichsten Punkt des Landes, Ras-al-Hadd und von von hier an, in südlicher Richtung der Küste folgend, zum bekannten und wunderschönen Schildkrötenstrand Ras-al-Jinz. Ab Al-Ashkarah führt der Weg wieder ins Landesinnere in die kleine Oasenstadt Al-Mintirib am Rande der Wahiba Wüste. Eine letzte Nacht unter dem Sternenhimmel der Wüste bildet einen unvergesslichen Abschluss der Reise, bevor es mit dem Bus über Muskat zurück nach Dubai geht.

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Dubai & die Wüste der V.A.E

22 Uhr. Mensch und Fahhrad sind heil und voller Tatendrang in Dubai gelandet. Unter Beobachtung zahlloser indischer Augen, im Emirat leben deutlich mehr Inder als Araber selbst, wird die Ankunftshalle des Flughafens erstmal kurzerhand zur Werkstatt. Zwei Stunden später ist es vollbracht, das Rad ist reisebereit, alle Packtaschen sind an ihrem Platz, die Trinkflaschen gefüllt. Wie gehofft sind die Strassen Dubai’s zu dieser späten Stunde für die dortigen Verhältnisse angenehm leer. Herrschten im fernen Deutschland vor wenigen Stunden noch Temperaturen um null Grad, sind es nun etwa 20 Grad. Die Luft ist angenehm trocken, der Duft der angrenzenden Wüste liegt in der Luft. Doch bevor es Richtung Wüste geht, steht ein Abstecher beim höchsten Gebäude der Welt, dem Burj-al-Khalifa, auf dem Programm. Das Turm des Kalifen ist vom Flughafen aus zwar schon deutlich zu erkennen, doch sind es etwa 30km durch Dubai’s Strassengewirr bis das Gebäude tatsächlich erreicht ist. Nach einer kleinen Pause und dem dazugehörigen Kaffee beginnt die Suche nach dem passenden Weg hinaus aus der Stadt. Das Ganze stellt sich als relativ kompliziertes Unterfangen heraus. Will man Dubai verlassen, so funktioniert das ausschliesslich über Autobahnen, ab vier Spuren in jede Richtung aufwärts. Es muss die richtige Autobahn gefunden werden, die richtige Auffahrt und irgendwie muss man dann auch noch auf die richtige Strassenseite kommen, was hier wirklich nicht so einfach ist wie es sich vielleicht anhört, schon gar nicht als Fahrradfahrer. Kurz vor Sonnenaufgang stimmt der Kurs. Die Strassen sind mittlerweile alles andere als leer. Jeep folgt auf LKW, LKW folgt auf Jeep. Die Luft ist verschleiert von Abgaßen als die Sonne schliesslich über dem Horizont erscheint. So geht es zunächst für viele Kilometer weiter. Erst als die Sonne schon hoch am Himmel steht, die Stadt schon weit zurückliegt, lässt auch der Verkehr nach. Links und rechts der Stassen breitet sich die Wüste der Vereingten Arabischen Emirate aus. Kamele streifen entspannt durch die Dünen.

Langsam aber sicher macht sich die Anreise und die schlaflose Nacht bemerkbar. Ein kleiner schattenspender Busch dient als wunderbares Plätzchen für ein kleines Mittagsschläfchen.

Nach ein wenig Schlaf radelt es sich auch gleich deutlich entspannter. Die Nachmittagssonne bringt die umliegende Wüste zum Leuchten. Der Lärm des Morgens ist der Ruhe der Wüste gewichen. Ein Pistenabzweig führt schliesslich mittenhinein in die Dünenlandschaft. Hier sollte sich ein Plätzchen für das Zelt finden lassen.

Kurz nach Sonnenaufgang am nächsten Morgen wieder zurück auf der Strasse Richtung Grenzübergang Oman. Es ist wunderschön zu dieser frühen Stunde in der Wüste unterwegs zu sein. Die Temperaturen sind angenehm, die Luft ist frisch und die Sonne spendet ein fantastisches Licht. Es geht gut voran und so ist schon bald Madam, der letzte Ort vor der omanischen Grenze, erreicht. Der Grenzübertritt gestaltet sich völlig problemlos. Aufgrund des Grenzverlaufs folgen nun 20 km durch den Oman, bevor der nächste Grenzübergang zurück in die V.A.E führt. Die Sanddünen sind nach und nach einer Steinwüste gewichen, am Horizont erscheinen die ersten Berge. Bis nach Hatta verläuft die Route nur leicht ansteigend, doch die Berge rücken immer näher. Hatta selbst ist ein etwas größerer Ort direkt an den nördlichen Ausläufern des Hadschar-Gebirges. Der Ort bietet einen Supermarkt, sowie die Möglichkeit Geld zu tauschen. Von hier aus führt die gewählte Route schliesslich abseits der Hauptstrassen weiter Richtung Süden. Das Warmfahren ist vorbei. Die Berge können kommen…

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Oman – Prolog

Wie kommt man auf die Idee mit den Reiserad durch das Sultanat Oman zu radeln? Diese Frage ist mir vor Abreise oft gestellt worden. Ganz einfach! Im empfehlenswerten “Fahrrad Weltführer” von Thomas Schröder wird dieses fantastische Land auf der arabischen Halbinsel noch nicht einmal mit zwei Seiten erwähnt. Es ist die Rede von einer gastfreundlichen Bevölkerung, kaum touristischer Infrastruktur und einem faszinierenden Gebirge im Nordosten des Landes. Das reichte schon aus um mich für dieses Land zu begeistern. Zu recht!

Doch bevor es losgeht muss eine passende Route gefunden werden. Das Land bietet eine Fülle an landschaftlichen Sehenswürdigkeiten. Eine faszienierende Bergwelt mit Gipfeln über 3000m Höhe, Wadis, Wüste, kilometerlange Sandstrände, um nur einen Teil davon zu nennen. Wenigstens einen kleinen Einblick in dies alles sollte die gesuchte Route bieten. Schnell stellt sich heraus, dass sich die Anreise über Dubai und die V.A.E, sowohl aus finanzieller als auch aus planerischer Hinsicht, als am sinnvollsten erweist. So bietet sie beispielsweise die Möglichkeit das Land von Nordwesten kommend in südlicher Richtung zu beradeln und dabei das Jebel-Akhdar Gebirge mit allen seinen Höhen und Tiefen der Länge nach zu überqueren. Ab Maskat wartet ein wunderschöner Küstenabschnitt bis der äusserste Osten des Landes mit seinen berühmten Schildkrötenstränden erreicht ist. Der letzte Abschnitt der Route führt zurück ins Landesinnere bis in die Wüste Ramlat-al-Wahiba. Nach etwas Planung steht die Route fest:

1400km mit mehr als 10000hm warten darauf entdeckt zu werden…

Transalp – Von München nach Venedig

Das Reiserad braucht mal wieder etwas Bewegung und was bietet sich da besseres an als eine Alpenüberquerung von München nach Venedig zu unternehmen. Doch bevor es losgehen kann muss eine passende Route gefunden werden. Die klassischen Mountainbikerouten sind mit einem vollbepackten Reiserad nicht zu fahren und fallen daher von vornherein aus der Planung raus. Aber auch eine Streckenführung die ausschliesslich über asphaltierte Strassen führt klingt wenig verlockend. Nach kurzer Recherche stoße ich auf das “Transalp RadReiseBuch” von Kay Wewior, das einen interessanten Routenvorschlag anbietet. Die Strecke ist eine abwechslungsreiche Mischung aus Strassen, Radwegen und Schotterpisten und führt durch wunderschöne Alpenlandschaften. Im Gegensatz zu vielen anderen Routen führt diese Tour unter anderem auch mitten durch die fantastische Bergwelt der Dolomiten. Ausblick auf die “Drei Zinnen” inklusive.

Die Tour beginnt in München und folgt zunächst der Isar Richtung Süden. Vorbei an Bad Tölz rücken die Berge in greifbare Nähe. Der Anstieg zum Sylvensteinstausee beginnt, bald darauf ist der Achensee erreicht. Es folgt eine lange und rasante Abfahrt ins Inntal. Dem Inntalradweg folgend geht es nun bis wenige Kilometer vor die Tore Innsbrucks, bevor über die Alte Römerstrasse der Anstieg zum Brenner beginnt. Die italienische Grenze ist erreicht. Über 30 km geht es von hier an fast nur noch Bergab durch das Eissacktal. Ist am Ende des Tals Franzensfeste erreicht wendet sich der Weg Richtung Osten. Die Route führt nun durch das wunderschöne Pustertal immer leicht ansteigend bis nach Toblach, dem Beginn des Dolomitenradweges. Vorbei am Toblacher See und Dürrensee geht es durch eine faszinierende Bergkulisse hinauf zum Passo di Cimabanche. Der Dolomitenradweg führt nun über die Orte Cortina d’Ampezzo und Pieve di Cadore bis nach Belluno, von wo an immer deutlicher die mediterranen Einflüsse erkennbar sind. Es folgt der Ort Feltre und ein sehr reizvoller Streckenabschnitt durch das Brentatal nach Bassano del Grappa. Hinter Bassano folgt die fruchtbare venezianische Ebene. Zwischen schattenspendenen Bäumen, vorbei an zahlreichen Feldern und durch malerische kleine Orte geht es nun immer weiter Richtung Adria, bevor nach gut 600km und über 4000hm die Lagunenstadt Venedig erreicht ist.

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Schwarzwald-Radweg

Der Schwarzwald-Radweg erstreckt sich über eine Strecke von knapp 390km. Beginnend in Karlsruhe führt er in ständigem Auf und Ab über die Höhenzüge des Schwarzwalds bis nach Lörrach. Dabei sind über 7000hm auf teils sehr steilen und nicht asphaltierten Pisten zu überwinden. Nicht asphaltierte Streckenabschnitte sind auf dem Schwarzwald-Radweg sowieso eher die Regel als die Ausnahme. Mehr als die Hälfte der Strecke führt abseits der Strassen über steinige Schotterpisten durch die wunderbare Landschaft des Schwarzwalds.

Wer sich wie wir dazu entscheidet die Strecke mit dem vollbepackten Reiserad zu bewältigen, sollte auf ein entsprechend robustes Rad und eine dem Untergrund angepasste Bereifung zurückgreifen. Selbst sportliche Fahrer sollten sich für die Strecke mindestens 4 Tage Zeit lassen. Aufgrund unseres engen Zeitfensters mussten wir bereits am Nachmittag des viertes Tages wieder in Lörrach im Zug in Richtung Karlsruhe sitzen. Als wir dies tatsächlich geschafft hatten, lagen drei Tagesetappen mit je knapp 100km und über 2000hm hinter uns.

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Mit dem Rad durch Marokko – 12. Etappe

So mild wie die Nacht war beginnt auch der frühe Morgen. Noch vor Sonnenaufgang, mittlerweile etwa 20 Minuten früher als noch zu Beginn unserer Reise, wachen wir auf. Wir frühstücken zunächst in aller Ruhe mit Kaffee und Schokopfannkuchen, um anschliessend ebenso entspannt und routiniert unsere Sachen zu packen. Kaum sind wir fertig, kommt uns der nette Hirte vom Vorabend mit seiner Herde entgegen. Wir grüßen uns gegenseitig und rollen mit unseren Rädern zurück zur Strasse.

Heute morgen ist es viel ruhiger und weitaus weniger hektisch auf der Strasse, auch der Verkehr hält sich im angenehmen Rahmen. Und das allerbeste, wir haben Rückenwind und kommen so ziemlich flott voran. Leider finden wir auf der gesamten Strecke nach Zagora kein Café mehr. Das heiß ersehnte zweite Frühstück fällt daher erstmal aus. Kurz vor Zagora erreichen wir eine Anhöhe, die uns einen Wahnsinnsblick über die Oase beschert. Wir verweilen noch einen Moment und rollen schliesslich den Toren der Stadt entgegen, die uns, wie fast jede Stadt, mit jeder Menge Müll am Strassenrand empfängt. Über breite und glatte Strassen fahren wir weiter in’s Zentrum und setzen uns in das erstbeste, leider sehr entäuschende, Café. Wir bekommen ein winziges Brot serviert, Tee aus schicken Gläsern, nicht wie sonst aus den üblichen Kännchen und Zucker aus abgepackten Tüten; das alles natürlich zu völlig überteuerten Preisen. “Nix wie weg von hier” denken wir uns. Der Trubel auf den Strassen erschlägt uns. Ständig werden wir angequatscht, ob wir einen Teppich kaufen oder in ein Hotel mitfahren wollen. Ich habe es ja bereits erwähnt, uns sind die kleinen Dörfer eindeutig lieber als diese aufdringlichen, touristischen Zentren und so treten wir in die Pedale, durchqueren die Stadt und suchen uns etwas ausserhalb einen Campingplatz. Am Rande einer Oase werden wir fündig. Der Platz ist wunderschön, ruhig gelegen und wird von netten jungen Kerlen geführt, die uns sehr nett bewirten und uns sogar einen Tisch und zwei Stühle organisieren.

Wir bauen schnell unser Zelt auf und springen unter die eiskalte Dusche, um dann erfrischt und entspannt im Schatten der Dattelpalmen die Mittagshitze zu ertragen. Wir wundern uns über Franzosen, die ihre Wäsche in der eigens mitgebrachten Waschmaschine waschen, dösen ein wenig und kochen uns noch ein kleines Mittagessen.

Am späten Nachmittag setzen wir uns noch einmal auf die Räder. Etwas ausserhalb der Stadt soll, es ein paar schöne Dünen geben, denen wir noch einen Besuch abstatten wollen. Aber zuvor gibt es noch zwei Dinge zu erledigen. Tee trinken, diesmal in einem vernünftigen Café ausserhalb der Stadt, und im CTM-Büro die Bustickets für die morgige Fahrt nach Taroudannt besorgen. Mit den Tickets in der Tasche fahren wir raus zu den Dünen und geniessen das Ende des Tages, der sich mit einem perfekten Sonnenuntergang von uns verabschiedet.

Mit einsetzender Dunkelheit fahren wir zurück an den Rand der Stadt. Unser Hunger treibt uns in’s “Chez Ali”, wo wir in einem tollen Ambiente draussen im Garten zwei brutzelnde Tajine serviert bekommen. Als Vorspeise verdrücken wir noch jede Menge Oliven, 2 Brote und köstlichen, süssen Tee.

Wieder zurück auf dem Campingplatz schaffen wir es tatsächlich noch unsere letzten Vorräte an Schokopfannkuchen zu verdrücken und fallen gegen 22 Uhr in’s Zelt. Morgen früh geht es in einer fast 10-stündigen Busfahrt nach Taroudannt.

Uns erwartet die mit Abstand heißeste Nacht der Reise. Das Einschlafen fällt angesichts der Temperaturen nicht leicht. Wie heiß ist es hier wohl erst im Sommer?

  • Tageskilometer: 62km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 17 km/h
  • Fahrzeit: 3 h 40 min

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Mit dem Rad durch Marokko – 11. Etappe

Nach einer ruhigen Nacht stehen wir etwas verspätet gegen 6:30 auf. Wir gehen den Tag gemütlich an, das heisst ich nutze das wunderbare Licht des Morgens und gehe erst einmal eine Runde fotografieren, Anja wärmt sich in den ersten Sonnenstrahlen. Zum Frühstück treffen wir uns wieder in unserem Palmenhaus. Wirklich ein fantastisches Plätzchen.

Routinemäßig packen wir unser Zelt zusammen und verabschieden uns von unserem tollen Schlafplatz. Der Wetter ist herrlich und die Temperaturen bereits zu dieser frühen Stunde angenehm warm.

Zunächst geht es entlang des ausgetrockneten Flussbetts zurück auf die Strasse. Von hier aus sind es noch 23 km bis nach Agdz, wo wir hoffentlich endlich unsere Benzinflasche auffüllen können. Die Strasse führt entlang der Bergketten meist leicht bergab und so erreichen wir schon bald die ersten Häuser der Stadt. An der ersten Tankstelle lassen wir unsere Flasche für 3 Dirham mit Benzin auffüllen und werden auch prompt von einem Teppichhändler angequatscht, der uns zu einem Tee in seinen Teppichladen einlädt. Wir probieren im klar zu machen, dass wir mit dem Fahrrad unterwegs sind und unsre Möglichkeiten einen Teppich zu transportieren eher begrenzt sind, aber er lässt nicht locker. Zuerst fahren wir mit ihm, er ist auch mit dem Rad unterwegs, noch ein Stück weiter, können in dann aber, als wir uns für ein zweites Frühstück in ein Restaurant am zentralen Platz der Stadt setzen, endlich abwimmeln. Wir essen Käsebrot und trinken einen Tee.

Wir sind erstaunt wie groß die Stadt ist, beziehungsweise wie groß sie uns vorkommt. Nach Tagen der Ruhe und Einsamkeit sind wir von den vollen Strassen regelrecht erschlagen. Uns sind die kleinen Dörfer wesentlich lieber als die Städte, die Atmosphäre entspannter, die Menschen herzlicher und weit und breit keine aufdringlichen Teppichhändler, die einen anquatschen und ihr Zeug loswerden wollen. Wir beschliessen daher auch recht bald wieder weiter zu fahren, raus aus der Stadt. Am CTM-Büro auf der anderen Seite des Platzes erfrage ich noch schnell die Busverbindungen von Zagora nach Tarroudant. Die Verbindungen scheinen reibungslos zu funktionieren und so steht unsere Entscheidung fest, durch das Draa-Tal weiter nach Zagora zu fahren, aber nicht ohne vorher noch Wasser, Süßigkeiten sowie Datteln auf dem Markt zu kaufen.

Gerade als wir losfahren, kommt der Teppichhändler von vorhin wild gestikulierend auf uns zu gerannt, ruft etwas von “Tee, Einladung und Gastfreundschaft”, aber wir kümmern uns nicht weiter um ihn, treten kräftig in die Pedale und lassen den Trubel der Stadt hinter uns.

Die Strasse führt uns nun weiter Richtung Süden. Das Tal links und rechts des des Draa Flusses ist eine einzige, riesige Oase und dementsprechend dicht besiedelt. Immer wieder gibt es kleinere Anstiege zu überwinden, die uns mit fantastischen Blicken auf die ausgedehnten Oasen inmitten dieser kargen Berg- und Wüstenlandschaft belohnen.

Am frühen Nachmittag finden wir eine Gelegenheit einen Tee zu genießen. Im Schatten eines schönen Beduinenzeltes machen wir Rast und entgehen so der heissen Mittagssonne. Ein neugieriger Hahn und seine zwei Hennen leisten uns Gesellschaft.

Bevor es weiter geht nutzen wir noch die Waschgelegenheiten, die wir hinter dem Beduinenzelt; fließendes Wasser, welch’ ein Luxus. So erfrischt geht es voller Elan weiter durch das Tal: Oase reiht sich an Oase, Dorf reiht sich an Dorf. Das Draa-Tal ist mit Abstand die am dichtesten besiedelte Region unserer bisherigen Reise.

Plötzlich tauchen hinter einer Kurve zwei Radfahrer auf. “Die kennen wir doch”, denken wir uns. Tatsächlich, es sind die beiden Holländer, die wir bereits am ersten Tag der Reise getroffen haben. Wir unterhalten uns eine Weile an der Strasse und tauschen Erlebtes aus. Die beiden haben eine ähnliche Route hinter sich, sind jedoch nicht wie wir in Foum-Zguid nach Norden abgebogen, sondern über die Wüstenpiste nach M’hamid gefahren. Drei harte Tage wie die beiden zu berichten wissen.

Gegen Nachmittag sind immer mehr Menschen entlang der Strasse unterwegs. Ein völlig ungewohntes Gefühl inmitten so vieler Menschen zu sein. Die Männer sitzen in Gruppen im Schatten der Häuser, die Frauen sind größtenteils mit Wäsche waschen beschäftigt oder erledigen Arbeiten in den Oasen, die Kinder, die nun Schulfrei haben, spielen am Strassenrand, winken uns zu und haben ihren Spass daran uns hinterher zu laufen.

Als die Sonne schon lange Schatten wirft beginnen wir Ausschau nach einem Zeltplatz zu halten. Inmitten dieses dicht besiedelten Tals keine leichte Aufgabe. Eigentlich würden wir gerne wieder in einer Oase übernachten, diese sind hier hier aber so intensiv bewirtschaftet, so dass wir die Strasse stattdessen rechter Hand verlassen, die Oasen und die Dörfer hinter uns lassen und etwas raus in die Wüste fahren. Wir folgen zunächst einen kleinen Trampelpfad und lassen den Trubel schnell hinter uns. Einzig ein Nomadenzelt steht hier draussen in der weiten Ebene, aber auch das lassen wir noch links liegen und erspähen schliesslich in einiger Entfernung einen einsamen Baum mitten im Nichts. Hier lassen wir uns nieder und bauen unser Zelt auf.

Gerade als unser Zelt steht kommt noch ein Hirte mit seiner Herde Ziegen vorbei. Er grüßt uns nett und läuft weiter zum Nomadenzelt. Einen netten Nachbarn haben wir also auch.

Pünktlich zum Sonnenuntergang beginnen wir mit dem Kochen. Wir experimentieren ein wenig und bereichern unser Bannock heute mit Datteln. Wow, wie das schmeckt!

Bald schon ist die Sonne hinter den Bergen verschwindet und die Dunkelheit breitet sich aus. Wir liegen noch lange in der warmen Nacht vor dem Zelt, bewundern den unglaublichen Sternenhimmel und zählen die Sternschuppen.

  • Tageskilometer: 75km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 17 km/h
  • Anstieg gesamt: 620m
  • Fahrzeit: 4 h 20 min
  • Übernachtung auf  760m

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Mit dem Rad durch Marokko – 10. Etappe

Um heute ein etwas längere Pause zur Mittagszeit machen zu können und so der größten Hitze zu entgehen, haben wir den Wecker heute noch etwas früher gestellt. Zum Frühstück gibt es Bannock und Müsli; noch reicht das Benzin. Auf unseren morgendlichen Kaffee müssen wir aufgrund von Wassermangel aber leider verzichten. Zügig packen wir unsere Sachen zusammen und sitzen bereits um 8:30 Uhr auf den Rädern. An einem Friedhof vorbei geht es weiter Richtung Norden; weiter in die Berge.

Wir kommen gut voran und gönnen uns daher an der Kreuzung nach Agdz an einem Campingplatz im Schatten eines Beduinenzelts ein zweites Frühstück. Minztee, hausgemachtes Brot und Datteln. Endlich gibt es mal Datteln. Wir pausieren noch etwas im Schatten des Zeltes und starten schliesslich den Aufstieg in die Berge. Unser Weg führt nun in östlicher Richtung steil bergauf und das auch noch auf der schlechtesten Strasse der bisherigen Reise. Der Asphalt ist sehr rau und mit einer endlosen Anzahl von Schlaglöchern durchsetzt. Bis auf 1400m geht es hinauf. Doch haben solche Strapazen auch immer etwas gutes und so werden wir mit einem tollen Ausblick auf die immer noch schneebedeckten Gipfel Hohen Atlas belohnt.

Hier oben finden wir schliesslich auch den Grund für den schlechten Strassenzustand. Mitten in den Bergen befindet sich eine riesige Kobaltmine, die von zahlreichen LKW’s angefahren wird und denen wir im weiteren Verlauf der katastrophalen einspurigen Strasse immer wieder ausweichen müssen.

Wir kommen schliesslich an eine Abzweigung. Die rechte Strasse führt direkt nach Zagora, ist jedoch nur auf der Hälfte des Weges asphaltiert. Die linke Strasse führt zunächst nach Agdz und dann durch das Draa-Tal ebenfalls weiter nach Zagora. Wir biegen links an in Richtung Agdz und welch’ ein Segen; ein komplett neu asphaltierte Strasse führt uns von nun an immer leicht bergab in Richtung Agdz. Und auch die Vegetation ändert sich schlagartig. Waren die Hänge zuvor karg und nur von Felsen bedeckt, so ist die Strasse nun auf vielen Kilometer von herrlich blühenden Frühlingsblumen gesäumt. Jetzt passt wirklich alles. Die Strasse ist in einem ausgezeichneten Zustand, es geht bergab, die Luft duftet nach Blumen und wir können mit all’ unseren Sinnen die Landschaft geniessen. Nur leider machen uns unsere Wasservorräte schon bald einen Strich durch die Rechnung, sie sind nämlich so gut wie aufgebracht. Ich schaue auf die Karte. Der nächste Ort ist Tasla. Wir hoffen dort Wasser zu bekommen. Nach einigen Kilometern nähern wir uns schliesslich dem kleinen Ort. Die Strasse selbst führt jedoch am Ort vorbei. Wir zweigen daher an einer kleinen Seitenstrasse von der Hauptstrasse ab und fahren in den, auf einem kleinen Hügel gelegenen Ort. Lange fahren wir durch den Ort, er wirkt fast wie ausgestorben. Erst nach einer Weile finden wir ein winziges Lädchen, müssen jedoch mit entsetzen feststellen, dass es kein Wasser gibt. Wir suchen weiter. Vergeblich.

Im ganzen Ort ist kein Wasser aufzutreiben, aber wir haben keine andere Wahl, wir müssen weiter und so fahren wir zurück zur Hauptstrasse. Doch plötzlich haben wir doch noch Glück. Bereits ein kleines Stück hinter Tasla finden wir direkt an der Strasse einen Campingplatz. “Wenn wir hier jetzt Wasser bekommen, hätten wir uns die ganze Suchaktion in Tasla sparen können” denken wir uns. Auf dem Platz werden wir direkt von einem sehr netten älteren Mann willkommen geheißen. Auf unsere Frage, ob es hier Wasser zu kaufen gäbe, zeigt er nur auf einen Wasserhahn. “Na ja, nicht gerade optimal”. Doch er überlegt kurz  und sagt wir sollen ihm folgen. In einem Lagerraum am Rande des Platzes findet er tatsächlich noch eine Flasche Wasser, die er uns verkauft. Lange wird das nicht reichen und so kommt unser Wasserfilter endlich mal zum Einsatz. Wir bestellen uns zunächst noch etwas zu essen und filtern in der Zwischenzeit noch mehrere Liter des Leitungswassers. Der Mann leistet uns Gesellschaft und zeigt sich sehr interessiert an unserer Reise und natürlich auch an unserem Wasserfilter.

Gestärkt, erholt und mit ausreichend Wasser geht es zurück auf die Strasse.

Die größte Hitze des Tages ist vorbei und wir radeln genüsslich dem Ende des Tages entgegen.

Von der Strasse aus sehen wir in der Ferne eine winzige, aus nur ein paar Palmen bestehende, Oase inmitten eines ausgetrockneten Flussbeets und denken uns: “Da wollen wir übernachten”. Wir verlassen die Strasse und sieben unsere Räder durch Sand und über Steine zu den Palmen. Was aus der Ferne bereits gut aussah, ist aus der Nähe betrachtet noch viel besser. Ein begehbares Palmenhaus.

Wir bauen unser Zelt auf und kochen uns eine letze Mahlzeit. Es ist zum Glück nicht mehr weit nach Agdz, wo wir morgen hoffentlich unser Benzin nachfüllen können. Zum Sonnenuntergang erkunden wir noch ein wenig die Umgebung und steigen auf die umliegenden Berge.

Die Nacht ist ruhig, sternenklar und frisch…

  • Tageskilometer: 68km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 15 km/h
  • Anstieg gesamt: 990m
  • Fahrzeit: 4 h 34 min
  • Übernachtung auf 940m
  • Tiefsttemperatur: 4 °C

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Mit dem Rad durch Marokko – 9. Etappe

Gegen 6 Uhr kriechen wir aus dem Zelt. Wir sind die ersten auf dem Platz die wach sind. Alle Wohnwagen noch verriegelt, kein Franzose in Sicht und so frühstücken wir in aller Ruhe unser Müsli und vernichten die Brotreste vom Vorabend. Das fließende Wasser, welch Luxus, nutzen wir aus, um uns und unser Kochequipment mal richtig ordentlich zu waschen. Wir packen schliesslich zusammen und machen uns bereit für den Weg nach Agdz, den wir in den kommenden zwei Tagen schaffen wollen. Langsam erwacht der Campingplatz und auch unser deutscher Campingnachbar, der mit seinem uralten Bully und Hund von Deutschland nach Marokko gefahren ist, ist schon wieder zu einem Plausch vorbeigekommen. Wir unterhalten uns noch eine Weile und verabschieden uns schliesslich. In der Ortsmitte von Foum-Zguid decken wir uns noch mit einer nicht unerheblichen Menge an Süßigkeiten ein. Unsere Benzinreserven nähern sich langsam aber sicher auch ihrem Ende und so halten wir noch Ausschau nach einer Tankstelle. Am Ortsausgang werden wir schliesslich fündig, nur den Tankwart vermissen wir. Nach einer Weile schaut schliesslich jemand vorbei. Er bedauert, es gäbe kein Benzin. Wie bitte? Kein Benzin? Sicher? Irgendwie fällt es mir schwer ihm zu glauben. Ich frage nochmals nach, zeige auf unsere kleine Brennstoffflasche und sage ihm, dass wir nur wenig brauchen. Aber nein, es scheint kein Benzin zu geben. Er vertröstet uns schliesslich und meint, dass es im nächsten Dorf in drei Kilometer Entfernung noch eine Tankstelle gäbe. Na gut, damit können wir leben.

Die Strasse folgt zunächst einem weiten, ausgetrockneten Flussbett, immer wieder gesäumt von kleineren Palmenoasen. Die drei Kilometer zum nächsten Dorf sind schnell gefahren und schon wieder suchen wir nach einer Tankstelle. Vergeblich. Wir finden einen kleinen Polizeiposten an der Strasse. Ich frage den anwesenden, äusserst höflichen Polizisten nach der Tankstelle. Tankstelle? Hier? Nein, gibt hier es keine Tankstelle. Die nächste Tankstelle sei in Tazenakht. Noch über 70 Kilometer entfernt und der Ort liegt noch nicht mal auf unserem Weg. Wir geben die Hoffnung auf vor Agdz noch eine Tankstelle zu finden. Wenn wir sparsam kochen und etwas Glück haben reicht das Benzin vielleicht bis dahin. Wir fahren weiter. Die Strasse mündet schliesslich in eine weite, trockene Ebene. In der Ferne vor uns liegen wieder die Berge. Am Fuße der Berge erreichen wir ein hübsches Dorf inmitten einer Oase. Ein kurzer aber steiler Anstieg ist zu bewältigen, belohnt uns aber mit einem schönen Ausblick über die zurückgelegte Strecke.

Die Landschaft ist fortan wieder sehr schön, die Strasse leider oft um so schlechter. Immer im Tal zwischen zwei Bergketten, dem Verlauf des zunächst noch ausgetrockneten Flusses folgend, führt uns die Strasse Richtung Norden. Es ist wieder ein sehr warmer Tag heute. Als wir zur Mittagszeit ein kleines Dorf erreichen nutzen wir die Gelegenheit natürlich für eine Teepause. Mit jedem Kilometer den wir immer leicht bergan weiter durch die Berge fahren, füllt sich der Fluss langsam mit Wasser. Die zunächst nur kleinen Pfützen werden nach und nach zu immer größeren Wasserbecken. An einem dieser Wasserbecken treffen wir sogar Marokkaner die hier Angeln und ein Picknick veranstalten. Die Frauen sitzen im Schatten, die Männer sitzen mit ihren Söhnen am Wasser und Angeln. Wir unterhalten uns ein wenig mit ihnen und fahren schliesslich weiter.

Am frühen Nachmittag beginnen wir uns nach einem schönen Schlafplatz umzusehen. Nach einigen Kilometer finden wir am Strassenrand ein ausgedehnte Oase, die sich weit entlang eines ausgetrockneten Flussbeets erstreckt. Eine Piste zweigt von der Strasse ab und führt uns entlang des Flussbeets zu einer herrlichen Stelle am Rande der Oase. Wir bauen unser Zelt auf und verbringen noch einige schöne Stunden in der warmen Nachmittagssonne. Wir spielen Karten und kochen und als die Sonne schon lange hinter den Bergen untergegangen ist, sitzen wir immer noch draussen und geniessen den warmen Abend. Die Temperaturen sind wunderbar mild und der Himmel voller Sterne.

  • Tageskilometer: 60km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,5 km/h
  • Anstieg gesamt: 800m
  • Fahrzeit: 4 h 8 min
  • Übernachtung auf 980m

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Mit dem Rad durch Marokko – 8. Etappe

6 Uhr. Der Wecker klingelt und wir sind sofort hellwach. Unser Tag-Nachtrythmus hat sich auf erstaunlich konstante Uhrzeiten eingestellt. Die Nacht war wunderbar ruhig und dementsprechend hervorragend haben wir geschlafen. Noch bevor die Sonne am Horizont zu erahnen ist, kommen wir aus dem Zelt und bereiten das Frühstück vor. Wir lassen den Tag ganz locker angehen. Die Ruhe hier draussen in der Wüste färbt irgendwie auf uns ab und so sitzen wir noch eine ganze Weile bei leckeren Schokopfannkuchen am Flusslauf und geniessen den Sonnenaufgang. Hoch über unseren Köpfen ziehen die Störche zurück in den Norden.

Nach einer ausgiebigen Wäsche am Fluss beginnen wir alles zusammenzupacken und die Fahrräder zu beladen. Gegen 10 Uhr haben wir die Strasse wieder erreicht und starten in den heutigen Tag. Zuerst überraschenderweise mit Rückenwind, aber die Freude währt nicht lange. Der Wind lässt zunächst ganz nach und wendet sich dann doch gegen uns. Die Aussicht bleibt diesig und der Himmel ist mit Schleierwolken verhangen, was das Fahrrad fahren aber sehr angenehm macht. Nach etwa 15 km erstrecken sich immer wieder ausgedehnte Dünenlandschaften rechts neben der Strasse. Wir fahren noch eine Stunde weiter und machen schliesslich Halt um eine Pause in den Dünen einzulegen. Die Schleierwolken ziehen sich nach und nach immer weiter zurück und machen Platz für die Sonne. Wir suchen uns daher ein schattiges Plätzchen und futtern unsere letzten Reserven an Süßigkeiten. Die Sonne knallt, dennoch erkunden wir bevor es weiter geht noch ein wenig die Dünen. Der heiße Sand verbrennt uns fast die Füße.

Nach der Pause fahren wir zügig weiter und erreichen bereits gegen 14 Uhr die Stadt Foum-Zguid. Es ist mittlerweile wieder so heiß, dass wir heilfroh sind die Stadt erreicht zu haben und uns im kühlenden Schatten eines Strassencafé einen Tee und ein Brot gönnen. Wir überlegen wie es heute weiter gehen soll. Fahren wir noch ein Stück oder bleiben wir hier? Das Städtchen gefällt uns und es reizt uns auch mal einen Abend unter Menschen zu verbringen, also beschliessen wir die Nacht hier in Foum-Zguid zu bleiben. Bei der Fahrt entlang der Hauptstrasse haben wir bereits bei unserer Ankunft einen hübschen Zeltplatz mit vielen Schatten spendenden Palmen gesehen. Wir fahren das kleine Stück zum Zeltplatz zurück und quartieren uns für 30 Dirham pro Person für eine Nacht ein.

Wir bauen unser Zelt auf und gönnen uns noch ein spätes Mittagessen unter Palmen. Was wir für einen Hunger haben ist echt unglaublich. Nach dem Essen ziehen wir im Schein der Abendsonne bei wunderbar milden Temperaturen durch die Stadt. Zu Fuß. Es fühlt sich gut an mal wieder ein paar Meter zu laufen. Wir erkunden die Stadt abseits der Hauptstrassen, entdecken halb zerfallene Lehmbauten und die Oasengärten ausserhalb der Stadt. Eine fantastische Atmosphäre. Bei Einbruch der Dunkelheit und bei Beginn des Gesangs des Muezzin’s kehren wir noch einmal im Strassencafé ein, trinken einen Tee und beobachten entspannt das Leben auf den Strassen der Stadt.

Auf dem Weg zurück zum Zeltplatz hält neben uns plötzlich ein Jeep an. Der Fahrer sagt er wir können einsteigen, er nehme uns mit zum Zeltplatz. Da wir gerade noch Wasser gekauft und somit einiges zu schleppen haben, nehmen wir das Angebot gerne an. Im Auto duftet es köstlich nach Brot. Der Mann hat eine Ladung frischer, von seiner Frau gebackene, Brote dabei. Wir kaufen natürlich gleich zwei Stück. Die Brote sind eigentlich für den Verkauf am nächsten Morgen gedacht, das heisst so frisch wie jetzt bekommen wir sie nie wieder. Am Zelt angekommen und machen wir uns noch eine Portion Couscous und probieren natürlich auch gleich noch ein Brot. Es schmeckt köstlich, mit einem Hauch von Anis.

Die Nacht ist mild. Als wir im Zelt liegen hören wir noch den Trubel auf der Strasse. In der Ferne spiet ein Marokkaner Gitarre und direkt neben dem Zeltplatz bellen die Hunde. Nach der Ruhe der letzten Nächte eine ungewohnte Situation.

  • Tageskilometer: 60km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 18 km/h
  • Anstieg gesamt: 320m
  • Fahrzeit: 3 h 20 min
  • Übernachtung auf 580m
  • Tiefsttemperatur: 7 °C

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