Unterwegs am Wilden Kaiser

Ein paar Tage in die Berge? Nur wohin? Das Gebiet am Wilden Kaiser eignet sich hervorragend für Tagestouren in atemberaubender Umgebung. Von alpinen Touren, über Klettersteige bis hin zu einfachen, aber nicht minder schönen Touren unterhalb der Baumgrenze ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Hier drei selbsterprobte Tourenvorschläge:

  • Hintere Goinger Halt (2192m)

Sehr schöne und nur mittelmäßig anspruchsvolle Tour mitten in das Herz des Wilden Kaiser.

Tourenbeschreibung und GPS-Track unter folgendem Link: Hintere Goinger Halt

  • Scheffauer (2111m)

Nur ein wenig anspruchsvoller als die Tour auf die Hintere Goinger Halt ist der Aufstieg zum Scheffauer. Auf dem höchsten Gipfel im westlichen Kaisergebirge bieten sich atemberaubende Tiefblicke ins Inntal sowie ein fantastisches Panorama über die umliegende Bergwelt.

Tourenbeschreibung und GPS-Track unter folgendem Link: Scheffauer

  • Schleier Wasserfall (1285m)

Eine absolut empfehlenswerte Tour für Tage mit schlechter Fernsicht ist die Runde zum Schleier Wasserfall. Die Tour führt durch beschauliche Bergwälder zu einer eindrucksvollen Felswand von deren Spitze der Schleier Wasserfall 60m in die Tiefe stürzt.

Tourenbeschreibung unter folgendem Link: Schleier Wasserfall

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Sangle de Fouda Blanc

Nach einer sternklaren und dementsprechend frostigen Nacht kriechen wir am Morgen recht früh aus den warmen Schlafsäcken. Die Wiese ist mit Raureif bedeckt und der Himmel erstrahlt in einem frischen Blau. Ein wunderbarer Morgen, auch wenn die Temperaturen immer noch recht frisch sind. Handschuhe wärmen die Hände und das warme Müsli zum Frühstück wärmt von innen.

Wir beginnen unser Zelt abzubauen und die Rucksäcke zu packen und als Sonne bald schon darauf bis über die Baumwipfel aufsteigt und die wärmenden Strahlen zu uns durchdringen, sind wir startklar. Wir nehmen den gestrigen Weg wieder auf, der nun sehr schnell an Höhe gewinnt. Wir lassen den Wald hinter uns und erreichen nach kurzer Zeit ein wunderschönes Hochplateau auf dem nur noch vereinzelte Tannen stehen und so ergeben sich schöne Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Der Boden besteht teilweise aus ausgewaschenem Kalkgestein, was sehr bizarre Formen entstehen lässt. An einigen Stellen tun sich metertiefe Krater auf. Wir müssen aufpassen wo wir hintreten, um nicht abzurutschen.

Um zum Beginn des Sangle zu kommen müssen wir das gesamte Hochplateau überqueren, der Untergrund wird aber bald besser und so lässt es sich angenehm laufen. Die Sonne steht nun schon recht hoch am Himmel und die Temperaturen steigen. Auf der anderen Seite des Plateaus angekommen, finden wir einen schmalen Weg, der uns weiter bergauf führt. Wir erreichen erneut ein großzügiges Plateau mit einer fantastischen Aussicht. Dank guter Fernsicht ist auch der Mont Blanc zu erkennen, der seinem Namen alle Ehre macht und sich als weißer Riese von den umliegenden Bergen abhebt. Überall auf dem Plateau sind bizarre, durch Erosion entstandene Kalksteinformationen zu bestaunen.

Bevor es zum eigentlichen Beginn des Sangle de Fouda Blanc geht, machen wir noch einen kleinen Abstecher zum “Sommet du Pinet”, ein nahegelegener Aussichtsgipfel (1867 m). Am Gipfel angekommen ist es Zeit für eine Pause und eine kleine Zwischenmahlzeit.

Nach der Pause geht es zum eigentliche Höhepunkt des Tages. Wir folgen dem GPS-Track zunächst ein Stück zurück und verlassen bald darauf Weg. Trotz des GPS ist der Beginn des Sangle zunächst kaum zu finden, immer wieder müssen wir umkehren da es nicht weiter geht, bis wir schliesslich einen großen Spalt zwischen zwei Felsen finden. Hier müssen wir durch und anschliessend etwa 2 m am Felsen hinunter klettern um den Weg zu erreichen. Wir ziehen die Rucksäcke aus, um durch den Spalt zu passen und ich klettere vor. Anja reicht mir von oben die Rucksäcke und kommt nach. Der Anfang ist gefunden. Was zunächst noch recht harmlos beginnt, wird schon nach wenigen Metern wahrlich schwindelerregend. Höhenangst ist hier absolut fehlt am Platz. Der Weg verläuft am linken Rand des abschüssigen, schmalen Grasbands und danach der Abgrund. Mehrere Hundert Meter geht es senkrecht bergab. Die Aussicht ist fantastisch, aber es fällt zunächst schwer sie zu geniessen.

Hinter jeder Kurve ergeben sich neue, spektakuläre Blicke auf den weiteren Verlauf den Weges.

Als wir uns schliesslich dem Ende des Sangle nähern wird das Grasband langsam breiter. Der Abgrund rückt weiter weg, die Schritte werden sicherer. Wir erreichen wieder den Weg über den wir am Morgen aufgestiegen waren und machen uns auf den Weg ins Tal, um ein Plätzchen für die Nacht zu suchen.

Fazit: Sangle Wandern ist ein spektakuläres Erlebnis mit atemberaubenden Ausblicken, Schwindelfreiheit vorausgesetzt.

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Kreuzspitze

Trotz der sehr kurzen und strapaziösen Nacht wachen wir bereits wenige Stunden nach dem Einschlafen gegen 9 Uhr wieder auf. Das Wetter hat sich mittlerweile wieder beruhigt. Es ist aber weiterhin sehr bewölkt und windig. Wir sind zwar immer noch müde, doch der Hunger treibt uns aus den Schlafsäcken. Gesprächsthema Nummer 1 beim Frühstück, zwischen Martin, Anja und mir, ist, wie sollte es auch anders sein, die vergangene Nacht. Wir sind uns einig, dass die vergangene Nacht die schlimmste Nacht war, die wir jemals im Zelt verbracht haben. So etwas noch einmal zu erleben, darauf können wir gut verzichten….

…aber irgendwie fühlt es sich auch gut an, so eine Nacht überstanden zu haben.

Wir sind uns einig, noch eine Nacht verbringen wir heute nicht in den Bergen. Den für den nächsten Tag geplanten Aufstieg zum Similaun vertagen wir also auf ein anderes Mal, doch die Kreuzspitze…ja…, da wollen wir eigentlich schon noch hoch. Das Wetter ist zwar alles andere als gut, doch es scheint stabil zu sein. Um den Aufstieg zum Gipfel zügig zu schaffen, beschliessen wir unsere gesamte Ausrüstung hier unten am See zu lassen.

Wir bauen unser Lager ab, packen die Rucksäcke und deponieren sie hinter einigen Steinen.

Der Steig zum Gipfel verläuft zunächst an der Südostflanke des Berges. Schnell gewinnen wir an Höhe und so ergeben sich schöne Ausblicke über den unter uns liegenden Samoarsee und die umliegenden Bergen. Immer wieder müssen kleinere und größere Firnfelder gekreuzt werden. Dies ist jedoch problemlos.

Nach einer guten Stunde Aufstieg erreichen wir schliesslich den Südostgrat, der bis zum Gipfel hinauf führt. Ohne den Einsatz der Hände geht es hier nicht mehr so leicht weiter. Immer wieder müssen wir an größeren Felsbrocken etwas klettern um weiter zu kommen. Auch kommen wir mit jedem gewonnenen Höhenmeter immer näher an die Wolkendecke, bis wir schliesslich in den Wolken verschwinden. Wenigstens bleibt es trocken. Der Aufstieg am Grat zieht sich länger hin als erwartet, doch endlich sehen wir im dichten Nebel langsam das Gipfelkreuz erscheinen.

Von dem im Bergführer beschriebenen “Großartigen Rundblick” ist leider nichts zusehen und da der eisige Wind den Aufenthalt am Gipfel ziemlich ungemütlich macht, geht es auch schon bald wieder an den Abstieg.

Wieder am See angekommen, fängt es an stark zu regnen. Wir schnappen unsere Sachen und steigen weiter ab zur Martin-Busch Hütte, wo wir uns noch ein wenig aufwärmen, bevor es schliesslich zurück ins Tal nach Vent geht.

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Kreuzspitze

Nach einer ruhigen Nacht erwartet uns der nächste Morgen entgegen aller Vorhersagen mit strahlendem Sonnenschein. Einfach traumhaft. Wir starten den Tag mit einem großzügigen Frühstück und beginnen daraufhin die Zelte abzubauen.

Ziel für den heutigen Tag ist die Kreuzspitze, also erstmal die Rucksäcke geschultert und zurück zum Auto. Wir fahren den Weg zurück nach Vent und machen uns auf die Suche nach einem Parkplatz für die nächsten Tage. Nachdem wir nach einigem hin und her endlich einen kostenfreien Parkplatz finden, brechen wir auf. Der Ort ist schnell verlassen und wir erreichen den Weg durch das Niedertal zur Martin-Busch-Hütte. Der Weg verläuft relativ flach durch das schöne, aber nicht sehr spektakuläre Tal.

Bis zur Hütte sind 600 Höhenmeter zu überwinden. Das Wetter hat sich mittlerweile verschlechtert. Es sind viele dichte Wolken aufgezogen, aber die Temperaturen sind noch angenehm. An der Hütte angekommen legen wir eine kleine Pause ein und geniessen von der Terrasse der Hütte den Blick auf die umliegenden Berge. Das Abschmelzen der Gletscher ist auch hier allgegenwärtig. Man kann sich sehr gut vorstellen wie mächtig die Gletscher hier einst gewesen sein müssen, viel ist nicht mehr übrig geblieben.

An der Martin-Busch-Hütte teilt sich nun der Weg.  Ein Weg führt von hier über den Marzellkamm und den Niederjochferner zum Gipfel des Similaun, ein anderer Weg führt weiter zur Similaumhütte. Unser Weg aber führt nun in nordöstlicher Richtung serpentinenartig den Hang hinauf. Wir wollen bis zum Samoarsee auf 2920 m aufsteigen, dort die Zelte aufbauen und weiter zum Gipfel laufen. Das Wetter verschlechtert sich jedoch deutlich und als wir den See schliesslich erreichen, stehen wir im Regen. Wir bauen die Zelte schnell auf und beschliessen in den Zelten erst einmal abzuwarten wie das Wetter sich entwickelt. Es ist etwa 17 Uhr als wir uns in die Zelte zurück ziehen und sie für die nächsten 16 Stunden nicht mehr verlassen sollten.

Was zunächst als mäßig starker Regen begann, entwickelt sich nach und nach zu einem Wolkenbruch. Dicke Tropfen prasseln auf die Zelte nieder. Es hat nicht den Anschein als würde das Wetter bald besser werden. Stattdessen beginnt es bereits langsam zu dämmern als Anja und ich plötzlich dumpfe Schläge hören. Ich öffne das Vorzelt einen Spalt breit und schaue hinaus. Martin, der sein Zelt etwa 10 Meter neben uns aufgebaut hat, steht barfuß mit seinem Eispickel in der Hand im strömenden Regen in einer tiefen Pfütze. Und mit ihm sein Zelt. Im Gegensatz zu ihm haben wir unser Zelt auf einer kleinen Kuppe aufgestellt, bei uns fliesst das Wasser ab, bei ihm sammelt es sich. Mit dem Eispickel schafft er es schliesslich einen kleinen Graben mit einem Abfluss um das Zelt zu schlagen. Das Wasser läuft ab.

Es ist mittlerweile dunkel und wir gerade kurz vor dem Einschlafen, als urplötzlich wie aus dem Nichts eine mächtige Sturmböe seitlich gegen das Zelt schlägt und es zu Boden drückt. Anja und ich schrecken auf. Was war das? Wird es jetzt auch noch stürmisch? Und tatsächlich, es bleibt nicht bei dieser einen Böe. Im Sekundentakt schlagen weitere Böen gegen das Zelt, drücken es teilweise komplett zu Boden. Einige Böen sind tatsächlich so stark, dass ich mit meiner Isomatte auf einer Seite vom Boden angehoben werde. An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Die nächsten Stunden sind wir damit beschäftigt bei jeder größeren Böe das Zelt sicherheitshalber von innen mit den Händen etwas abzustützen. Was soll ich sagen, wir haben einfach nur Angst, sind aber froh, dass es wenigstens kein Gewitter ist.

Aber auch das sollte sich noch ändern. Wir sind mittlerweile schon völlig fertig, als die ersten Blitze um uns herum einschlagen. “Verdammt”, denken wir uns, jetzt wird’s richtig gefährlich. Wir sitzen auf 2900 m in unserem kleinen Zelt in einem ausgewachsenen Gewitter. Weit und breit keine Schutzmöglichkeit. Wir kauern uns zusammen und hoffen. Wir zählen die Zeit zwischen Donner und Blitz in der Hoffnung eine Bestätigung zu finden, das das Gewitter bald weiter zieht. Blitz!…1…2…3…Donner! 1 Kilometer! Immer wieder zählen wir, doch es tut sich kaum etwas. Uns bleibt nichts als abzuwarten, das Zelt gegen die Sturmböen etwas abzustützen und zu hoffen, dass nichts passiert.

So vergeht die ganze Nacht. Gegen 6 Uhr morgens, als es bereits beginnt heller zu werden, schwächen sich die Böen langsam ab und auch das Gewitter ist mittlerweile weiter gezogen. Wir sind völlig fertig und schlafen endlich ein.

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Kreuzspitze

Die letzte Tour in die Alpen liegt noch nicht all zu lange zurück, aber es zieht uns wieder in die Berge. Nach ein wenig Recherche in der entsprechenden Literatur (3000er in den Nordalpen) steht die Tour. In der gleichen Besetzung, Anja, Martin und meine Wenigkeit geht es nach Österreich ins Ötztal. Zwei schöne 3000er haben wir uns rausgesucht. Für den ersten Tag nach der Anreise haben wir uns zum warm werden für die Kreuzspitze (3.455m) entschieden. Am folgenden Tag soll es weiter gehen, zuerst weiter durch das Niedertal hoch zur Similaunhütte und von dort auf den Gipfel des 3599m hohen Similaum.

Soviel zur Theorie. In der Praxis kam es mal wieder ganz anders. Berge sind einfach unberechenbar, insbesondere das Wetter.

Die Anreise erfolgt nach Vent, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Wir erreichen den Ort am frühen Abend nach einer angenehm entspannten Autofahrt. Besonders die letzten 40 km durch das Ötztal sind landschaftlich wirklich wunderschön. Da für heute eigentlich nur noch ein ordentliches Abendessen auf dem Programm steht, wir haben kurz nach der österreichischen Grenze gut eingekauft, schauen wir uns nach einem Lagerplatz um. Vent ist der letzte Ort des Tals, welcher noch mit dem Auto zu erreichen ist. Lediglich eine kleine Strasse windet sich den Berg zu ein paar Bauernhäusern hoch. Wir folgen der Strasse bis wir an einer kleinen Haltebucht unser Auto abstellen. Bei leichtem Regem beginnen wir uns umzusehen und schnell wird klar, wird werden die Nacht auf einer abgezäunten Weide verbringen, da nur dort ein paar ebene Stellen für die Zelte zu finden sind.

Schnell sind die Zelte aufgebaut. Zu unserem Glück gibt es in unmittelbarer Umgebung einen winzigen Unterstand, an dem es sich hervorragend kochen lässt und so lassen wir den Tag schliesslich gemütlich mit Nudeln und Wein ausklingen, bis wir uns gegen Mitternacht in die Zelte verziehen.

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Wallis Hochtour

Die Kopfschmerzen wollen nicht besser werden. Den für heute geplanten Aufstieg zum Bishorn lassen daher sicherheitshalber lieber sein und schlafen stattdessen aus. Als wir schliesslich gegen 8 Uhr aus den Schlafsäcken kriechen, erwartet uns bestes Bergwetter. Für die Besteigung des Bishorn eigentlich beste Bedingungen, aber weitere 800 Hm wären aufgrund der Kopfschmerzen sicherlich keine gute Idee, ausserdem ist es mittlerweile sowieso zu spät. Die Sonne lässt den Firn auf dem Gletscher bereits weich werden. Wir erkunden daher ein wenig die Umgebung, geniessen das gute Wetter und ich nutze die Zeit zum fotografieren.

Langsam aber sicher gelingt die Anpassung an die Höhe und wir fühlen uns immer fitter. Ein Tag mehr Akklimatisation wäre sicherlich gut gewesen. Nach einem kleinen Mittagessen beschliessen wir am Rande des Gletschers einige Übungen zu absolvieren. Martin bringt uns das richtige Gehen mit Steigeisen bei, wir machen Sturztraining und üben uns in Spaltenbergung mittels T-Anker. Alles in allem ein sehr lehrreicher Nachmittag und so haben wir unsere gesamte Ausrüstung wenigstens nicht umsonst mitgeschleppt.

Wir machen uns bereit für den Abstieg.

Am Tag zuvor haben wir uns bereits beim Aufstieg ein schönes Plätzchen für diese Nacht ausgeguckt. Bei zunehmend schlechter werdendem Wetter brechen wir auf.

Wir erreichen das angepeilte saftig grüne Hochplateau und bauen unser Lager an einem kleinen See auf. Wir finden eine Feuerstelle vor und machen uns daher auf die Suche nach etwas Holz. Wir werden auch recht schnell fündig und schon bald stehen wir am Feuer und wärmen uns.

Plötzlich zieht dichter Nebel auf und es beginnt zu regnen. Wir verkriechen uns in die Zelte und warten den Regen ab. Nach etwa einer Stunde hört es auch tatsächlich wieder auf. Zu unser aller Überraschung ist das Feuer nicht komplett aus, sondern glüht noch vor sich hin. Wir legen einige Scheite nach, kochen uns ein Abendessen und lassen die Tour entspannt ausklingen.

Alles in allem eine klasse Tour. Abwechslungs- und sehr lehrreich. Gerne mehr davon!

Wallis Hochtour

Die Nacht verläuft trotz anhaltendem Regen ruhig und so wachen wir erholt auf. Nach einem kurzen Frühstück beginnen wir unsere Ausrüstung zusammen zu packen und machen uns bei mittlerweile sehr schönen Wetter auf den Weg.

Der Weg verläuft zunächst sehr steil durch den Wald am westlichen Berghang. Wir laufen gemütlich, um nicht zu schnell aus der Puste zu kommen. Als wir schliesslich die Baumgrenze überschreiten tut sich ein wunderbarer Blick über das Tal auf. Der Weg verläuft nun in langen Serpentinen durch saftig-grüne Bergweiden auf den Kühe sich die zahlreichen Kräuter schmecken lassen, die die Luft mit ihrem Duft durchdringen.

Auf 2500m erreichen wir ein ausgedehntes Hochplateau. Hier suchen wir uns einen Platz um eine ausgedehnte Pause einzulegen.

Anschliessend folgen wir dem Weg zunächst durch Wiesen auf dem Hochplateau, bis wir schliesslich ein steiles Geröllfeld erreichen, dass bis zu Col de Tracuit wegbestimmend ist. Die dünner werdende Luft ist hier bereits deutlich zu spüren. Wir versuchen daher langsam und gleichmäßig zu laufen, kommen aber trotzdem regelmäßig ausser Puste. Die immer schöner werdenden Ausblicke entschädigen jedoch für die Strapazen.

Wir steigen immer weiter über das Geröllfeld auf. Das Atmen fällt immer schwerer, die Luft wird immer dünner und langsam aber sicher machen sich die ersten Akklimatisationserscheinungen bemerkbar. Mit leichten Kopfschmerzen erreichen wir den Col de Tracuit. Hier gibt es eine kleine Kletterstelle zu bezwingen. Oben angekommen tut sich ein fantastischer Blick auf die umliegenden Gletscher auf. Der Aufstieg hat sich gelohnt, das steht fest.

Wir geniessen zunächst ein wenig die Aussicht und atmen tief durch, so weit das möglich ist. Ein Zeltplatz muss noch her und so beginnen wir die Umgebung auf eine mögliche Stelle abzusuchen. Es ist alles andere als einfach zwischen dem ganzen Geröll eine geeignete Stelle zu finden. Unseren ersten Versuch die Zelte inmitten des Gerölls aufzustellen brechen wir ab. Da wir hier keine Heringe in den “Boden” bekommen und unser Zelt bei der ersten Windböe beinahe davon fliegt suchen wir also weiter. Anja und ich finden schliesslich tatsächlich eine kleine, vom Geröll befreite Stelle an der wir auch die Heringe in den Boden bekommen. Sogar der Ausblick auf den Turtmanngletscher ist von dieser Stelle phänomenal. Martin beschliesst sein Zelt auf einem nahe gelegenen Firnfeld auf zu stellen. Die ganze Aktion mit Zelt aufbauen, Zelt abbauen, Platz suchen, etc… hat meinen Kopfschmerzen nicht gerade gut bekommen. Aus den leichten Kopfschmerzen sind mittlerweile starke geworden.

Da wir alle von den Strapazen des Tages ziemlich gerädert sind, verziehen wir uns bald darauf in die schützenden Zelte und versuchen zu schlafen. In dieser Höhe gar nicht so einfach.

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Wallis Hochtour

Offenbach – Heidelberg – Karlsruhe – Freiburg – Basel – Bern – Lausanne – Sierre, rechts ins Val d’Anniviers und das Tal hoch bis nach Zinal. Nach einer ganz entspannten Fahrt erreichen wir den Ort am frühen Abend. Viel steht für heute nicht mehr auf dem Plan und so beschränkt sich das Abendprogramm auf zwei Aktivitäten: Essen kochen und Schlafplatz suchen. Ersteres stellt sich als schwieriger heraus als erwartet, letzteres ist hingegen um so leichter. Martin hat seinen neuen Benzinkocher dabei, den er jedoch vorher noch nie getestet hat, jedenfalls nicht mit Benzin. Es dauert daher eine ganze Weile bis wir den Kocher vernünftig zum laufen bekommen.

Nach dem Essen schauen wir uns ein wenig nach einem Schlafplatz um, beschliessen aber schnell auf einer Wiese in unmittelbarer Umgebung zu nächtigen.

Wir gehen früh schlafen um am nächsten Morgen fit zu sein. Der Aufstieg zur Cabane de Tracuit steht an, 1600 HM bis auf 3200 m.

Korsika 2010 – Ein Tag am Meer


Ein wunderbarer Tag erwartet uns als ich am Morgen einen ersten Blick aus dem Zelt werfe. Ein schönes Plätzchen haben wir uns da zum übernachten ausgesucht, am Abend zuvor war aufgrund der Dunkelheit leider nicht all zu viel davon zu sehen.

Wir lassen den Tag ganz gemütlich mit einem leckeren Frühstück angehen und überlegen wie wir den weiteren Verlauf der Reise gestalten wollen. Ursprünglich war geplant die restlichen Tage nach der Inselüberquerung am Meer zu verbringen, doch schnell wir uns klar, dass es uns wieder in die Berge zieht. Wir beschliessen am nächsten Tag mit dem Bus nach Corte auf zu brechen. Doch für heute steht erstmal Anja’s Geburtstagsfeier auf dem Programm, die wir mit gutem Wein und korsischen Köstlichkeiten zelebrieren wollen.

Wir machen uns schliesslich auf dem Weg nach Propriano um alles nötige zu besorgen und noch ein wenig durch die Stadt zu schlendern, bis wir am Nachmittag schliesslich zurück an die Küste laufen um einen schönen Platz für unser Zelt zu finden.

Jetzt kann gefeiert werden…

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Korsika 2010 – 5. Etappe

Die Inselüberquerung auf dem Mare a Mare Sud


Die Nacht verlief ruhig und wir wachen gut ausgeruht und in Vorfreude auf den kommenden Tag auf. Den wir, wie soll es auch anders sein, mit Cappuccino und Müsli starten. Durch das Gras und die kühle Nacht hat sich wieder einiges an Kondenswasser am Aussenzelt gebildet. Wir trocknen das Aussenzelt grob mit einem Lappen ab und warten noch ein wenig bis die Sonne über die Berge kommt um das Zelt restlos zu trocknen. Als daraufhin alles zusammengepackt ist laufen wir los.

Wir freuen uns am morgen mittlerweile schon richtig darauf endlich wieder laufen zu können. Das kann wirklich süchtig machen. Man weiss nie was einen erwartet, hinter jeder Ecke ergeben sich sich neue, schöne Ausblicke, die Landschaft ändert sich, man entdeckt kleine Dörfer, trifft auf kleine und große Tiere. Mal ist man von von blühenden Wiesen umgeben, mal ist man mitten in einem Wald. Es macht einfach Spass.

Und auch diese heutige, letzte Etappe sollte all das noch für uns bereithalten.

Wir nehmen den gestrigen Weg wieder auf und folgen ihm talwärts in Richtung Rizzanese. Schon bald erreichen wir einen Wald mit Korkeichen. Ein angenehmer Schattenspender an diesem sonnigen Vormittag. Der Wald erstreckt sich bis an das Ufer des Rizzanese. Der Weg schlängelt sich nun entlang des Ufers in südlicher Richtung, bis wir schliesslich die Pont de Piombatu erreichen. Hier überqueren wir erneut den Rizzanese, der auf seinem Weg bis hierhin zu einem reissenden Fluss geworden ist.

Der Weg ändert nun seine Orientierung in Richtung Norden und führt uns bergauf, an Wiesen und Weiden vorbei auf das Dorf Loreto di Tallano zu. Da es auf diesem Wegstück nur wenig schattenspendende Bäume gibt kommen wir gut ins Schwitzen und unsere Wasservorräte leeren sich schnell. Auf 260 m Höhe stossen wir auf die D69. Der Mare a Mare überquert die Strasse und verläuft anschliessend in südwestlicher Richtung. Bevor wir diesem Weg aber folgen machen wir einen kleinen Abstecher in das 200 m entfernte Dorf Loreto di Talano, in der Hoffnung dort unsere Wasservorräte auffüllen zu können. Würden wir dem Mare a Mare direkt folgen, so wären unsere Wasservorräte an diesem sehr warmen Tag sicherlich nicht ausreichend, um das nächste Dorf in etwa 3 Stunden Entfernung zu erreichen. In Loreto di Talano angekommen entdecken wir an der Hauptstrasse schnell den ersehnten Brunnen, füllen wir unsere Vorräte auf und nutzen das Wasser noch für eine kleine Abkühlung. Nach einer kleinen Stärkung durch etwas Schokolade laufen wir die Strasse zurück bis wir wieder auf den Mare a Mare treffen, der links von der Strasse abzweigt.

Es erwartet uns ein steiler und anstrengender Aufstieg zur Punta d‘Avja Vecchia auf 670 m Höhe. Zunächst noch durch Bäume geschützt führt der Weg bald darauf durch grüne Bergwiesen aus Farn. Mit jedem gewonnenen Höhenmeter wird der Blick zurück immer schöner. Auf etwa 600 m Höhe wird der Farn schliesslich durch die wunderbar duftende korsische Macchia abgelöst, die nun für die kommenden Stunden unser Begleiter sein sollte. Die Anstrengungen des Aufstiegs haben sich mehr als gelohnt. Der Weg führt nun nur noch sanft bergauf. Die niedrige Macchia lässt faszinierende Blicke auf die umliegenden Berge zu, vom Duft der Kräuter und vom Sonnenschein ganz zu schweigen. Einfach perfekt. Wir folgen diesem wunderbaren Weg eine ganze Weile, bis wir schliesslich an eine wunderbare Stelle für eine Rast kommen. Inmitten der niedrigwüchsigen Macchia steht plötzlich ein einzelner Baum auf einer Wiese. Der Baum ist ein hervorragender Schattenspender und die Aussicht an diesem Platz ist fantastisch. Wir packen den Trangia aus und beginnen im Schatten des Baumes zu kochen. Selten haben Nudeln so gut geschmeckt. Nachdem wir gegessen und noch eine Weile die Aussicht genossen haben, packen wir wieder zusammen. Das war bis jetzt sicherlich der schönste Rastplatz unserer Tour. Wenn es nicht noch so weit bis zum Etappenort gewesen wäre, dann hätten wir hier gerne die Nacht verbracht. Doch wir wollen heute zumindest noch einen Blick auf die Westküste werfen, die sich irgendwo hinter den nächsten Hügeln versteckt.

Der Weg führt nun leicht bergab immer weiter durch die Macchia. Zunächst laufen wir noch in südwestlicher Richtung, bald jedoch macht der Weg einen Bogen und führt uns in nördlicher Richtung auf das Dorf Fozzano zu. Gespannt erwarten wir den ersten Blick auf die Westküste. Wir laufen rechts an einer ausgedehnten Wiese vorbei, als schliesslich hinter einer kleinen Kuppe ein silbriges Glitzern in der Nachmittagssonne erscheint, da ist es, das Meer. Ein toller Moment. Gut gelaunt laufen wir weiter in Richtung Fozzano, geniessen den Duft der Blumen am Wegesrand und die tollen Ausblicke. Bis plötzlich, wie aus dem Nichts, ein streunender Hund vor uns auf dem Wege steht. Er entpuppt sich allerdings als harmlos und ist fortan unser Begleiter.

Auf 400 m Höhe erreichen wir schliesslich Fozzano, einen kleinen Ort mit 150 Einwohnern. Im Ort selbst halten wir uns zunächst links, bis wir auf die Hauptstrasse treffen und verlassen Fozzano anschließend in nördlicher Richtung. Unserem streunenden Begleiter scheint langsam die Lust zu vergehen uns zu begleiten und so geht er wieder seinen eigenen Weg. Wir laufen eine Weile, bis wir ein immer lauter werdendes Geräusch wahrnehmen. Hinter einer Kurve stürmen plötzlich hunderte von Schafen an uns vorbei, natürlich nicht ohne genug Sicherheitsabstand zu uns zu halten. Was für ein Trubel. Nachdem die Tiere an uns vorbeigezogen sind, laufen wir weiter und erreichen bald einen kleinen Ortsteil von Fozzano, Figaniella. Hier endet die asphaltierte Strasse und der Mare a Mare führt uns nun auf einem schmalen, steinigen Weg bis zum Zielort nach Burgo. Diese letzte Stunde hat es aber noch einmal in sich. Es geht bis auf 88 m hinab in das Tal des Riv Baraci. Der Weg ist steil und windet sich in Serpentinen. Im Tal angekommen führt uns der Weg zunächst durch meterhohen Farn und nach der Überquerung des Flusses wieder hinauf nach Burgo. Auch wenn es nur noch 200 Höhenmeter bis nach Burgo sind, so steigt der Weg allerdings steil an und wir kommen noch einmal gut ins Schwitzen. Doch bald haben wir es geschafft. Einige Meter ausserhalb von Burgo erreichen wir eine Strasse und schon kurz darauf stehen wir im Etappenort. Wir haben das Ziel des Mare a Mare – Süd erreicht.

Im Ort gibt es leider nicht viel sehenswertes, lediglich ein paar Häuser und eine Gite d‘Etape. Wir machen eine Pause von den Strapazen der letzten Stunde und ruhen uns auf einer kleiner Mauer am Strassenrand aus. Wir sind überglücklich unser Ziel erreicht zu haben, doch irgendwie fühlen wir uns auch seltsam leer. Das Laufen hat uns im Laufe der Zeit immer mehr Spass gemacht und nun sind wir am Ziel. „Was machen wir jetzt?“ fragen wir uns. Wir müssen auf jeden Fall weiter, das steht fest. Da die Sonne aber bald untergeht, steht auch fest, das wir nicht mehr weit kommen werden, aber um ein schönen Platz zu Übernachten zu finden sollte es reichen. Bevor es weiter geht, müssen unsere Wasservorräte aufgefüllt werden. Einen Brunnen scheint es in Burgo nicht zu geben, aber als wir durch den Ort gelaufen sind, haben wir einige Einheimische vor ihren Häusern gesehen. Anja schnappt sich unsere Trinksäcke und probiert bei ihnen etwas Wasser zu bekommen, während ich bei unseren Rucksäcken bleiben. Dank der Hilfsbereitschaft der Korsen ist dies auch kein Problem und so kann es mit vollen Wasservorräten weiter gehen.

Wir beschliessen der D557 in Richtung Propriano zu folgen und auf dem Weg Ausschau nach einem Platz für unser Zelt zu halten. Nach den ersten Kilometern wird uns aber klar, dass das schwierig werden wird. Am gesamten Weg befindet sich nur eingezäunter Privatbesitz. Wenn wir bis nach Propriano weiter laufen, kommen wir erst nach Einbruch der Dunkelheit dort an. Wir probieren also nach Propriano zu trampen. Schon der erste Wagen der kurze Zeit später vorbeifährt nimmt uns mit. Mit dem Auto ist der Weg schnell zurückgelegt und wir stehen schon 10 Minuten später mitten in der Touristenhochburg Propriano. Was für ein Trubel im Vergleich zu den letzten Tagen, überall Restaurants, Geschäfte, alles voller Menschen. Kaum angekommen wollen wir auch schon wieder weg.

Ich schaue auf das GPS und lotse uns in südwestlicher Richtung hinaus aus der Stadt. Die Sonne ist mittlerweile schon untergegangen und wir müssen uns beeilen einen Schlafplatz zu finden. Wir verlassen schliesslich die Stadt und blicken die Küste entlang. In etwa einem Kilometer Entfernung reihen sich ein paar kleine, von großen Felsbrocken getrennte Strandabschnitte aneinander. Wir beschliessen dorthin zu laufen. Als wir schliesslich dort ankommen müssen wir feststellen, dass das erste Strandstück gerade einmal drei bis vier Meter breit ist. Wenn wir hier unser Zelt aufstellen, steht es höchstens zwei Meter vom Meer entfernt, im Hinblick auf Ebbe und Flut eher kritisch. Ich lege meinen Rucksack ab und erkunde den weiteren Küstenabschnitt. Endlich, nach dem überwinden von etlichen Felsen, finde ich eine kleinen Strand, der etwas breiter ist und vor allen Dingen auch etwas steiler ansteigt. Ich eile zurück und gebe Anja bescheid. Endlich am Lagerplatz angekommen, ist es mittlerweile nahezu stockdunkel. Wir setzen unsere Stirnlampen auf und begradigen einen Teil des Strandes, an dem wir unser Zelt aufstellen wollen. Der Zeltaufbau ist dank unserer Routine und der Stirnlampen auch im Dunkeln schnell und problemlos zu meistern.

Wir lassen den Tag noch mit einem leckeren Essen ausklingen und verkriechen uns auch bald in die Schlafsäcke. Das rhythmische Geräusch der Wellen wiegt uns sanft in den Schlaf.

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