Killarney – Upper Lake

Noch vor 7 Uhr mühen wir uns aus den warmen Betten. Ein erster Blick aus dem Fenster offenbart akzeptables Wetter, es ist bewölkt, aber der Regen vom Vorabend hat aufgehört. Gute Voraussetzungen für die erste Etappe. Die erste Etappe erstreckt sich über 23 km von Killarney nach Black Valley. In der Hoffnung einen guten Zeltplatz zu finden, wollen wir die erste Etappe allerdings nur bis zum Upper Lake, etwa 3 km vor Black Valley, laufen.

Im Frühstücksraum sind wir um diese Uhrzeit noch alleine, die anderen erholen sich wohl noch von der Nacht im Pub. Wir essen uns einmal quer durch das Frühstücksangebot und kehren satt auf unsere Zimmer zurück, um die Rucksäcke zu packen. Bevor wir endlich in die erste Etappe starten, reservieren wir noch ein Zimmer für die letzte Nacht der Reise. Dieses schöne Hostel hat es uns echt angetan.

Der offizielle Startpunkt des Kerry Way liegt am südlichen Stadtrand von Killarney, da die Stadt aber recht überschaubar ist, erreichen wir schon bald nach unserem Aufbruch den ersten Wegweiser, der den Start des Kerry Way markiert. Die ersten 2 km führt der Weg nun zunächst in südlicher Richtung an der Hauptstrasse entlang. Ein Schild am Wegesrand zeigt schliesslich an, dass wir den Killarney Nationalpark erreicht haben. Den Rest des Tages wird uns unser Weg fast ausschließlich durch den Nationalpark führen. Der Pfad zweigt nun rechts von der Hauptstrasse ab und führt uns durch einen Wald hindurch an das Ufer des Lough Leane. Im Hintergrund erblicken wir die Ausläufer der Macgillycuddy’s Reeks mit Wolken verhangenen Gipfeln.

Der Weg führt nun durch eine parkartig angelegte Landschaft, immer in der Nähe des Ufers bleibend, in Richtung Muckross House, einem 1843 erbauten, mächtigen Herrensitz. Als wir uns in gemütlichem Tempo langsam Muckross House nähern, werden wir urplötzlich von einem Regenschauer überrascht. Im Regen geht es weiter, doch glücklicherweise sind die irischen Regenschauer meist nicht von Dauer, so dass der Regen bei erreichen des Herrensitzes bereits wieder aufhört. Muckross House  ist von einem sehr schönen Park mit einer riesigen, perfekt gemähten Rasenfläche (typisch irisch) umgeben und liegt am gleichnamigen Muckross Lake, der über einen kleinen Zufluss mit dem Lough Leane verbunden ist. Alles ist ist trotz Herbst noch erstaunlich grün, nur hin und wieder zeigt das farbige Laub einiger Bäume, dass auch in Irland der Herbst nicht spurlos vorüber geht.

Vorbei an riesigen Rhododendren geht es noch ein wenig am Ufer des Sees entlang. Im Frühling, zur Blütezeit, muss es hier fantastisch aussehen.  Der Weg wendet sich nun vom Ufer ab und führt uns auf die ersten Berge der Macgillycuddy’s Reeks zu. Steil bergauf geht es durch einen dichten Wald aus Birken, Eichen und Stechpalmen. Die Eichen erreichen Höhen von bis zu 40 Metern und bilden eine imposante Kulisse. Der Boden ist dicht mit Moosen und Flechten bewachsen.  Wir nähern uns einer bekannten Sehenswürdigkeit des Killarney Nationalpark. Schon von weitem hören wir ihn rauschen, den Torc Waterfall.

Der Pfad steigt weiter an bis wir schliesslich eine breitere Schotterpiste erreichen, die Old Kenmare Road. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts diente die Strasse als Hauptverbindungsstrecke zwischen Killarney und Kenmare, heute begegnen uns hier nur 2 Menschen. Links des Weg fliesst der Owengarriff River. Ein guter Platz für eine kleine Pause.

Wir brechen wieder auf, überwinden noch einen kurzen, aber steilen Anstieg und lassen den Wald hinter uns. Vor uns tut sich eine fast baumlose, weite Moor- und Heidelandschaft auf. Eine sehr ansprechende Szenerie. Der Himmel ist mittlerweile von dunklen Wolken verhangen und so kommt es auf dem weiteren Weg immer wieder zu kurzen Schauern.

Die zunächst breite Schotterpiste wird immer schmaler und ist bald kaum noch zu erkennen. Durch hohes Gras geht es auf matschigem Boden nur noch langsam voran. Durch den Regen der hier offensichtlich in den letzten Tag vom Himmel kam ist der Boden mit Wasser gesättigt und sehr aufgeweicht. Gute Stiefel sind in Irland Pflicht. An einigen Stellen sind glücklicherweise Holzbohlen oder kleine Stege in den Boden eingelassen, ohne die ein weiterkommen kaum möglich wäre.

Wir erreichen eine kleine Anhöhe. Bei einer kurzen Pause geniessen wir den schönen Ausblick über den zurück gelegten Weg.

Einen halben Kilometer später erreichen wir eine asphaltierte, einspurige Strasse. Hier teilt sich der Kerry Way. Biegt man links ab, hat man die Möglichkeit den Kerry Way gegen den Uhrzeigersinn über Kenmare zu laufen. Wir folgen der Strasse nach rechts in Richtung Black Valley. Unser Tagesziel, der Upper Lake, ist nicht mehr weit entfernt. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Hauptstrasse N71, verlassen die Strasse jedoch schon nach wenigen hundert Metern, um auf schmalen Pfaden wieder durch alten Eichenwald weiter zum Upper Lake abzusteigen.

Die Eichenwälder Irlands sind vielerorts durch die enorme Ausbreitung der Rhododendren stark bedroht. Die ursprünglich in Asien beheimateten Pflanzen wurden einst nach Irland eingeführt und sorgen nun, durch ihr ausser Kontrolle geratenes Wachstum, für eine Bedrohung der heimischen Pflanzenwelt. Zur Erhaltung der vielfältigen Pflanzenwelt, wurden in den letzten Jahren nach und nach viele der Rhododendren gerodet, auch hier in den Wäldern am Upper Lake.

Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichen wir den See und beginnen die Augen nach einem geeigneten Zeltplatz offen zu halten. Wie erhofft werden wir direkt am Ufer des Sees fündig. Bei immer stärker werdendem Wind, der hunderte von Blättern über den See fliegen lässt, bauen wir das Zelt auf. Als es schliesslich auch noch anfängt zu regnen sind wir froh uns bei dieser Reise für das “Wechsel Outpost” entschieden zu haben. Die Apsis bietet uns genügend Platz um im trockenen zu kochen und gemütlich zu essen.

Bei mittlerweile strömenden Regen schlafen wir schliesslich ein…

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Irland – Kerry Way

Die Idee eine kleine Reise nach Irland zu machen kam sehr spontan. Beim stöbern durch das World Wide Web landete ich zufällig auf der Homepage des bekannten irischen Billigfliegers, auf der ich über sehr günstige Angebote für Irlandflüge stolperte. Schnell war entschieden, im Oktober geht es für eine Woche nach Irland, auf die Iveragh Halbinsel nach Kerry. Es bot sich also an den Kerry Way zu laufen, über den ich bereits interessante Reiseberichte gelesen hatte.

Mit 215 km gehört der Kerry Way zu den längsten Wanderwegen Irlands. Der Kerry Way führt von Killarney aus rund um die Iveragh Halbinsel im Südwesten Irlands. Da der Weg auch wieder in Killarney endet, kann er sowohl im Uhrzeigersinn als auch gegen den Uhrzeigersinn gelaufen werden. In einer Woche war es uns natürlich nicht möglich, den gesamten, in neun Etappen unterteilten Weg zu laufen. Wir entschieden uns für die ersten vier Etappen von Killarney nach Cahersiveen, um von dort aus mit dem Bus schliesslich wieder zurück nach Killarney zu gelangen…

Wir starten am frühen Morgen mit dem Bus von Frankfurt/ Main nach Hahn. Die Fahrt dauert etwa 2 Stunden. Am Flughafen die übliche Prozedur mit Gepäckabgabe, Check-In und Boarding. Na ja, nicht ganz üblich. Bei der Sicherheitskontrolle werden wir rausgewunken, man habe etwas verdächtiges in unseren, beim Check-In abgegebenen Rucksäcken gefunden. Wir folgen einem sehr netten Flughafenmitarbeiter in einen kleinen Raum, in dem bereits unsere Rucksäcke auf uns warten. Anja wird gebeten ihren Rucksack auszupacken, man vermutet einen Kocher im Gepäck. Und so ist es auch. Der Trangia wird auseinander gebaut und der Brenner eingehend beschnüffelt. Da wir den Brenner vor Flugreisen immer gut lüften gibt es glücklicherweise nichts zu beanstanden. Der Rucksack kann wieder gepackt werden und die Reise kann beginnen.

Ready for take off…

Der Flug verläuft ruhig und so landen wir planmässig 2 Stunden später am Kerry Airport, den mit Abstand kleinsten Flughafen den ich bisher gesehen habe. Da unser Flieger alleine auf dem Rollfeld steht erscheinen unsere Rucksäcke schon bald nach der Landung auf dem einzigen Gepäckband des Flughafens. Mit dem Bus, der direkt vor dem Flughafen hält, geht es in einer halbstündigen Fahrt bis ins Zentrum Killarney’s. Auf der Fahrt sammeln wir erster Eindrücke von der Insel. Es ist, trotz fortgeschrittenem Herbst, noch erstaunlich grün. Während die Bäume in Deutschland ihr Laub bereits in Gelb- und Rottönen präsentieren, ist in Irland vom Herbst noch so gut wie nichts zu sehen und auch die Temperaturen sind angenehm mild. Irland wird wohl nicht umsonst als die “grüne Insel” bezeichnet. In Killarney angekommen machen wir uns auf dem Weg zu unserem Quartier für die erste Nacht, dem Sugan Hostel. Das Hostel liegt sehr zentral im Zentrum Killarney’s und ist absolut empfehlenswert. Zu sehr günstigen Preisen, Frühstück inklusive, kann man entweder in Privat- oder Mehrbettzimmern übernachten. Bei unserer Ankunft werden wir sehr freundlich empfangen und im ganzen Hostel herum geführt. Wir erhalten noch ein paar Tipps für Unternehmungen in Killarney und beziehen schliesslich unser Zimmer.

Bei einem Kaffee, den es im Hostel kostenlos gibt, ruhen wir uns noch ein wenig aus und brechen schliesslich in Richtung Killarney Nationalpark auf, der direkt vor den Toren der Stadt liegt. Bei wunderbarem Wetter schlendern wir den Rest des Tages durch die herrliche Parklandschaft, wandern ein wenig am Ufer des Lough Leane entlang und entdecken Ross Castle. Wieder im Hostel ankommen erfahren wir von Mitbewohnern aus dem Hostel, dass es in einem Pub um die Ecke am Abend Live-Musik geben wird. Wir verabreden uns mit einigen und beenden den Tag schliesslich mit dem ein oder anderen Guiness/ Paddy’s im Pub. Irland eben…

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